„Dreschen“ nennt man in der Landwirtschaft das Herauslösen von Getreidekörner aus den Ähren von getrockneten Pflanzen. Wenn die Rabtaldirndln in ihrem neuen Theaterstück das „Dreschen“ verhandeln, meinen sie allerdings die weitaus problematischere, umgangssprachliche Bedeutung – nämlich „Dreschen“ als Gewalt gegen Frauen.
Vom Herrenwitz bis zu blanker Gewalt
Jede dritte Frau in Österreich erlebt in ihrem Leben körperliche Gewalt. Die Rabtaldirndln beginnen ihre Erzählung bei scheinbar harmlosen Grenzüberschreitungen: In einer kompakten Reihenfolge werden unter anderem sich selbst bloßstellende Herrenwitze in die Runde geworfen, die figürlichen Elemente von Volkstänzen genüsslich auf ihren archaischen Geschlechterrollenkern inklusive fossiler Abläufe des Anbandelns zerpflückt, wird den psychologischen Wurzeln brachialer Gewalt nachgespürt.
Barbara Carli, Rosa Degen-Faschinger, Bea Dermond und Gudrun Maier wechseln dabei immer wieder die Perspektive, schlüpfen alternativ in die Haut von Opfer, Täter, Beobachter und Beobachterin.
Komödie und bissige Satire
Komödie und bissige Satire gehen Hand in Hand: „Uns ist es immer wichtig, auch wenn es noch so arges Thema ist, dass der Humor auch trotzdem da ist, weil in allen Situation im Leben gibt es beides: Man kann drüber lachen, aber man kann auch drüber weinen“, so Maier.
„Ein Denkraum zum Mitfantasieren“
Von toxischen Tänzen über die „Watschn, die eh net so gmant woa“ bis hin zu Femizid taucht das Stück tief ein in das Grauen; spätestens nach Zitaten von Gewaltschutzzentren bleibt einem das Lachen dann aber doch im Halse stecken. „Wir eröffnen einen Denkraum zum Mitfantasieren, würd’ ich sagen“, so Regisseur Ed. Hauswirth – ein Raum für Entsetzen und Hinschauen im Hoftheater Hainersdorf.