„Alle Monster sind menschlich“ lautet der Titel der Schau im Atelierhaus Schaumbad. Hier blicken Kunstschaffende des Schaumbads zusammen mit Kollegen aus Slowenien auf die dunklen Seiten der menschlichen Existenz: Krankheit, Tod, Hunger oder Missbrauch.
„Die Abgründe des Menschlichen“
„Es geht ganz stark um Ängste, um die Abgründe des Menschlichen. Die Kunstwerke erzählen auch darüber und über die Probleme der Menschheit“, so Kuratorin Jasmin Haselsteiner-Scharner.
Es sind gesellschaftliche Tabu-Themen, die hier ein Gesicht bekommen. Dadurch sollen sie einen Teil ihrer Macht verlieren: Kunst als Mittel der seelischen Reinigung, denn am Ende schwingt auch die Hoffnung mit.
Einblick in das Leben in Palästina
In der Camera Austria gibt die französische Fotografin Valérie Jouve Einblick in das Leben in Palästina, jenseits von Krieg und Terror. Es ist ein zurückhaltender, unaufgeregter und genauer Blick.
Von Behemoth und anderen Monstern, Pt. 1
Der steirische herbst steht in voller Blüte und nimmt mit den Mitteln der Kunst gesellschaftspolitische Warnsignale unserer Zeit in den Blick. Das zeigt sich auch bei den vielen Partnerausstellungen verschiedener regionaler Kunstvereine und Galerien.
„Sie hat wirklich Interesse an den Menschen und der Umgebung, in der sie sich bewegen und die sie natürlich im Alltag prägt“, sagt Kuratorin Christina Töpfer – so verschmelzen bei Valérie Jouve Porträt und Landschaft zu einem Ganzen.
Das große Landtier
Das große Landtier ist wiederum in die Räumlichkeiten des Kunstverein rotor eingezogen. In Teil zwei der Ausstellungsreihe „Eine Parabel über Enden und Anfänge, die wir noch nicht kennen“ steht Behemoth aus der hebräischen Mythologie im Zentrum. „Man muss sich das wirklich sehr groß vorstellen – ein gigantisches Landtier –, und es steht für Trägheit und gibt eine gewisse Kontinuität“, so Kurator Anton Lederer.
Die Arbeiten reagieren auf jüngste Veränderungen in Klima, Wirtschaft und Gesellschaft. Ob Hütte aus Schafswolle als Symbol für Rohstoffe, die wertlos geworden sind, oder Fahnen aus Widerstandsbewegungen in Serbien: Das große Landtier soll uns dabei helfen, mit Umbrüchen und Ungewissheit gelassen umzugehen.
Was liegt unter der Erde?
Mit dem Erdkern und der Frage, was dieser geheimnisvolle Raum wohl verbirgt, befasst sich Valerie Vermont in ihren Tuscharbeiten in der Akademie Graz. Es sind nicht nur Gedanken um ökologische Entwicklungen, die die Künstlerin auch in scheint’s fröhlichen Aquarellmalereien thematisiert.
Valerie Vermont beschäftigt sich mit dem, was unter der Erde liegt, was unter der Oberfläche liegt, nimmt dabei so das Bild von Gesteinsflächen, die aneinander reiben und schließt damit auch gesellschaftliche Themen kurz", so Kuratorin Astrid Kury.
Auch in die Klangwelten von Valerie Vermont können die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher eintauchen: „Es besteht aus den Bohrern für Bohrkerne in Gesteinen und diese Stahlzylinder sind mit Mikrofonen und Rückkopplungsschleifen versehen, sodass man hier fast ein Kompositionstool hat“, so Kury.
Wie wird Kunst produziert?
Szenenwechsel in die 60er-Jahre: Der Grazer Kunstverein zeigt Arbeiten des 2003 verstorbenen New Yorkers Martin Maloney. Er verweigerte sich zeitlebens der Kunstindustrie – und wurde dennoch zur Ikone der Konzeptkunst.
Von Behemoth und anderen Monstern, Pt. 2
Der steirische herbst steht in voller Blüte und nimmt mit den Mitteln der Kunst gesellschaftspolitische Warnsignale unserer Zeit in den Blick. Das zeigt sich auch bei den vielen Partnerausstellungen verschiedener regionaler Kunstvereine und Galerien.
Aus Korrespondenzen mit Ausstellungsbetreibern etwa machte er Kunst – stets rund um die Frage, unter welchen Bedingungen Kunst präsentiert und produziert wird.
Sich mit der Vergangenheit beschäftigen
Im Quartier Leech setzt sich Ester Strauß mit der Vergangenheit ihrer Großmutter auseinander – einer Sekretärin in der NS-Zeit, aus deren Schreibmaschine sie die Letter der Buchstaben N, S, D, A und P entfernte – eine persönliche Aufarbeitung der Künstlerin und ein Weckruf für mehr Achtsamkeit rund um Zeichen der Zeit.
„Wir wollen positiv in die Zukunft schauen, wir wollen aber auch dazu einladen, uns mit Vergangenheit zu beschäftigen, mit der Geschichte, und da eben zu sagen, es gibt Dinge, wo wir nicht halt machen dürfen, auch wenn sie vielleicht weh tun, wenn sie unangenehm sind“, sagt Kurator Alois Kölbl.