Im Fokus steht das Thema „Wie krank macht uns Stress“. Weltweite Daten zeigen seit den 1980er und 1990er Jahren einen deutlichen Anstieg im Empfinden von Stress.
„Gerade die ständige Erreichbarkeit, Verfügbarkeit kann durchaus etwas sein, was uns unter Stress versetzt weil wir es nicht mehr schaffen, herunterzufahren“, erklärt der Gesundheitspsychologe Andreas Schwerdtfeger von der Uni Graz.
Stress gehört „zum guten Ton“
Stress wird in der Wissenschaft durch Fragebögen und das Messen körperlicher Funktionen wie dem Puls sichtbar gemacht. Allerdings fühlt sich nicht jeder, der sich gestresst fühlt, auch tatsächlich nachweislich belastet. Stress scheint in unserer Gesellschaft „zum guten Ton“ zu gehören, so Schwerdtfeger: „Wenn man sagt, man hat einen Job und keinen Stress, dann wird man oft schief angeschaut, weil das eine Erwartung ist, Arbeit ist immer mit Stress assoziiert.“
Unterschiedliche Stressoren
Unterschiede im Stressempfinden zwischen Berufsgruppen, Altersgruppen oder dem Geschlecht gibt es kaum. Die Stress-Auslöser, also die Stressoren, unterscheiden sich jedoch, so die Arbeitspsychologin Christine Korak-Wenzel von AGIL-Gesundheitsmanagement. „Stressoren im Bereich Haushaltstätigkeiten, da sehen wir dass nach wie vor Frauen sich um diese Tätigkeiten kümmern. Bei Männern ist der Hauptstressor im beruflichen Kontext, im Bereich Schule, Ausbildung etc.“, sagt sie.
Pausen helfen gegen Stress
Bevor Stress körperlich krank macht, raten die Expertinnen und Experten zu kleinen Pausen bei der Arbeit: aus dem Fenster schauen, an die Wand starren oder kurz aufstehen. "Das sind sehr sehr kleine Effekte, aber wenn sie das stetig machen, merken sie, dass sie etwas in der Hand haben, was funktionieren könnte’, erklärt Schwerdtfeger.
Korak-Wenzel ergänzt: „Also die Frage ist, wenn die Energiekurve nach oben geht aufgrund von Stress, wie bringe ich sie wieder hinunter. Und das nicht erst am Abend oder am Wochenende, sondern zwischendurch.“
ORF informiert eine Woche lang
Was man alles gegen Stress im Alltag selbst in der Hand hat und wann Stress krank macht, darüber berichtet der ORF eine Woche lang in seinen Programmen.