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Tourismus

Kritik an höherer Nächtigungspauschale

Die Nächtigungsabgabe soll im Juni 2027 in der Steiermark auf 4,90 Euro angehoben und damit verdoppelt werden. Branchensprecher und Hoteliers fühlen sich von der Maßnahme der FPÖ-ÖVP-Landesregierung überrumpelt. Gäste seien nicht bereit, mehr auszugeben, so die Kritik.

Man sei erst zwei Stunden vor den Medien über die Anhebung informiert worden. Gerechnet habe man mit den Plänen der Landesregierung ebenso nicht. Der Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer, Johann Spreitzhofer, erklärte: „Wir haben ursprünglich die Mitteilung bekommen, dass eine Nächtigungserhöhung ab 1. Dezember von 2,50 Euro auf 2,80 Euro kommt. Aber diese Mitteilung von 2,80 Euro auf 4,90 Euro ist natürlich jetzt sehr überraschend für uns.“

Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) argumentiert, dass die Steiermark mit der Nächtigungsabgabe im Vergleich zu anderen Bundesländern bislang im untersten Drittel gewesen sei. Beherbergungsbetriebe sehen jedoch eine unverhältnismäßige Erhöhung, sie erwarten deshalb Umsatzeinbußen.

Umsatzeinbußen erwartet

Hotelier Philipp Florian vom Parkhotel in Graz meint: „Die Katze wird sich meiner Meinung nach genau in den Schwanz beißen, weil wir die Nächtigungen am Ende des Tages nicht mehr generieren werden, weil wir unsere Preise nicht mehr durchsetzen.“ Das sei betriebswirtschaftlich für die Betriebe enorm herausfordernd, so Florian, „weil es geht am Ende des Tages um Auslastung in Kombination mit Preis.“

Durch die kurzfristige Ankündigung sei auch die Planbarkeit nicht mehr gewährleistet. Das führe zu weiteren Problemen, etwa bei Preisen für Unternehmen. „Firmenpreise werden ja jetzt verhandelt, beziehungsweise sind schon verhandelt für das nächste Jahr. Das heißt, unsere Gäste teilweise und unsere Firmengäste haben schon die Preise bekommen für das nächste Jahr. Jetzt müssen wir dort theoretisch sogar nachbessern, beziehungsweise müssen wir den Preis schlucken, wenn die Kunden schon den Preis kommuniziert haben.“

Kleinerer Nebenkonsum erwartet

Gäste seien zudem nicht bereit, mehr Geld auszugeben: „Die Kunden werden insofern reagieren, als sie bei der Nebenkonsumation sparen werden. Das ist ganz klar, das spüren wir jetzt schon. Das wird natürlich auch massiv weiter fortgesetzt werden und darunter leiden wir“, so Branchensprecher Johann Spreitzhofer.