Unterschreiben, Vertrag, Zeugnis
colourbox.de
colourbox.de
AK-Tipp

Geheimcodes im Dienstzeugnis

Wer bei der Arbeitssuche seine Arbeitserfahrung zeigen will, braucht ein Dienstzeugnis. Doch was, wenn das Dienstzeugnis nicht gut ist? Und wie ist das Dienstzeugnis eigentlich gesetzlich geregelt? „Arbeiterkammer Wien“ – Expertin Amina Schüller klärt auf.

Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis: Entweder ein Endzeugnis bei Ende des Arbeitsverhältnisses oder ein Zwischenzeugnis bei aufrechtem Arbeitsverhältnis. Doch ein Dienstzeugnis kann sich auf den ersten Blick positiv lesen – und eine schlechte Bewertung ihrer Leistung enthalten. Das sind die Geheimcodes im Dienstzeugnis.

Sendungshinweis:

„Gut Gelaunt in den Tag“, 15.10. 2026

Ein gutes Dienstzeugnis besteht aus Superlativen: Nur wer „stets zur vollsten Zufriedenheit“ gearbeitet hat, hat die Note 1 bekommen. Weniger ist bereits ein Makel. Auch eine Formulierung wie „Frau M. hat sich stets bemüht“ heißt im Klartext nichts anderes als: Bemüht hat sie sich ja, aber das Ergebnis ist fraglich. Oder: „Beim Projekt XY hat sich Herr S. mit ganzer Kraft eingesetzt… “ Übersetzung: Herr S. hat sich nur bei dem einen Projekt ins Zeug gelegt.

Frau liest Dokument
colourbox.de

Auf Formulierungen achten!

„Frau L. hat sich im Rahmen ihrer Fähigkeiten eingesetzt…“ bedeutet: Der Rahmen war derartig eng, dass nur für wenige Fähigkeiten Platz war. Und „Herr B. hat sich stets als integrative, kommunikationsstarke Persönlichkeit ins Team eingebracht“ heißt: Vor lauter Plaudern ist er kaum mehr zum Arbeiten gekommen.

Es lohnt sich also, ein Dienstzeugnis bei der AK überprüfen zu lassen. Entspricht das Dienstzeugnis inhaltlich und/oder formal nicht den gesetzlichen Vorschriften, so können Sie ein korrektes Zeugnis verlangen. Sie haben allerdings keinen Anspruch auf ein Zeugnis, in dem die Qualität Ihrer Arbeit bewertet wird, sondern nur auf eines, in dem die Art Ihrer Tätigkeit möglichst genau beschrieben wird.