Es ist schon gewaltig, was durch Zucht aus einem einzigen kleinen Pflänzchen über die Jahrhunderte geworden ist. Alle Kohlgewächse stammen nämlich im Wesentlichen von dem an den Küsten des Mittelmeeres und Atlantiks wild wachsenden „Brassica oleracea“ ab. Durch bewusste Kreuzungen und auch durch Zufall ist in dieser Familie der Kreuzblütler eine enorme Vielfalt an Gemüsepflanzen entstanden, die nun im Herbst ihren großen Auftritt haben.
Sendungshinweis
„Gut gelaunt in den Tag“, 16. Oktober 2026
Die Kohlfamilie startet ja schon im Frühjahr mit dem Kohlrabi. Die ersten zarten Knollen gibt es aus dem Frühbeet schon im April, dann kommen Brokkoli und Karfiol und gegen Ende der Gartensaison die ganz große Familie der Blattkohle. Ob Weiß- oder Rotkraut, der rotblättrige Grünkohl oder die Palmkohle, hier lässt sich Zier- und Nutzen perfekt kombinieren und so kann man auch in kleinen Gärten die Pflanzen als attraktiven Blickpunkt in das Staudenbeet setzen.
Die unterschiedlichen Kohlsorten
1. Grünkohl – der Winterklassiker
Grünkohl ist eine der zuverlässigsten Kohlpflanzen für späte Ernten. Er steht am besten sonnig bis halbschattig in humosem, nährstoffreichem Boden und braucht auch im Herbst gleichmäßige Feuchtigkeit. Geerntet werden einzelne Blätter von unten nach oben, so bleibt die Pflanze lange produktiv. Gut eingewachsene Pflanzen sind sehr wintertauglich und können je nach Sorte oft bis in den Februar beerntet werden.
2. Kohlsprossen – klein aber oho
Rosenkohl, wie er auch genannt wird, braucht Geduld, lohnt sich aber besonders für den Wintergarten. Die Pflanzen benötigen viel Platz, festen Stand, guten Boden und eine gleichmäßige Wasserversorgung. Kompost vor der Pflanzung und eine maßvolle Nachdüngung unterstützen die Bildung fester Röschen. Viele Sorten vertragen Frost gut, geerntet wird nach und nach von unten nach oben.
3. Palmkohl – die schwarze Palme
Palmkohl, auch Schwarzkohl oder Toskanischer Kohl genannt, eignet sich gut für Beete und Hochbeete. Er braucht einen warmen, sonnigen Platz, nahrhaften Boden und ausreichend Wasser. Die Blätter werden laufend von unten nach oben geerntet. In milden Lagen hält Palmkohl lange durch, bei stärkeren Frösten ist ein geschützter Standort oder eine Abdeckung mit Vlies sinnvoll.
4. Winterwirsing – der robuste Kopf
Winterwirsing ist eine gute Wahl, wenn späte Sorten verwendet werden. Er braucht nährstoffreichen Boden, ausreichend Abstand und regelmäßiges Gießen, besonders nach dem Pflanzen. Eine Mulchschicht hält die Bodenfeuchte besser im Beet. Winterharte Sorten überstehen Frost meist gut; bei Kahlfrost schützt eine lockere Abdeckung mit Vlies oder Reisig.
5. Zierkohl – Farbe und Genuss
Zierkohl ist vor allem für Beete, Schalen und Töpfe interessant, weil er im Herbst Farbe bringt und kühle Nächte gut verträgt. Er steht am besten sonnig in nährstoffreicher, durchlässiger Erde. Im Kübel darf der Ballen nicht austrocknen, Staunässe sollte aber vermieden werden. Viele Sorten sind frostverträglich, bei strengem Frost stehen Töpfe geschützter besser.
6. Kohlrabi – immer aktuell
Kohlrabi ist kein klassischer Winterkohl, aber im Herbst noch sehr dankbar, wenn er rechtzeitig gesetzt wurde. Entscheidend ist gleichmäßiges Gießen, damit die Knollen zart bleiben und nicht aufplatzen. Der Boden sollte locker und nährstoffreich sein. Leichte Fröste werden meist vertragen, vor stärkerer Kälte wird Kohlrabi besser geerntet.
7. Brokkoli – grüne Kraftquelle
Brokkoli liefert nach der Haupternte oft noch Seitentriebe, wenn die Pflanzen gut versorgt bleiben. Wichtig sind gleichmäßige Feuchte, ausreichend Nährstoffe und regelmäßige Kontrolle auf Raupen. Wer die Triebe laufend schneidet, regt neue Seitensprosse an. Klassischer Brokkoli ist nur begrenzt frosthart; manche Sprossenbrokkoli-Sorten können in milden Lagen überwintern, brauchen bei starkem Frost aber Schutz.