Seit 1945 hat die SPÖ durchgängig den Bezirksvorsteher bzw. die Bezirksvorsteherin in Margareten gestellt. Seit 2020 stand Silvia Jankovic für die SPÖ an der Bezirksspitze, sie wurde vor der Wahl allerdings durch Christoph Lipinski ersetzt. Für die Grünen kandidierte der 33-jährige Michael Luxenberger. Unter ihm erreichten die Grünen nun 32,45 Prozent, um 1,4 Prozent mehr als die SPÖ.
Luxenberger: „Margareten ist ein Rohdiamant“
„Margareten ist ein Rohdiamant, der noch den richtigen Schliff braucht. Jetzt gilt es, die Chancen, die buchstäblich auf der Straße liegen, zu nutzen, um den Durchzugsverkehr in den Wohngrätzeln zu beenden und mehr Grünraum zu schaffen“, kündigte Luxenberger in einer Aussendung an. Gratulationen kamen von den grünen Parteivorsitzenden Judith Pühringer und Peter Kraus.
Grüne drehen Margareten
Das Ergebnis der Bezirksvertretungswahlen in den meisten Bezirken liegt vor, und fix ist damit auch, dass die Grünen künftig den Bezirksvorsteher in Margareten stellen.
Damit regieren die Grünen künftig in vier Bezirken. In den grünen Hochburgen bauten sie ihr Ergebnis nämlich weiter aus. Am Neubau erreichten die Grünen mit 48,1 Prozent einen neuen Höchststand. Den erreichten sie auch in der Josefstadt. Der achte Bezirk galt wie Simmering immer wieder als „Swing-State“. 44,1 Prozent bedeuteten aber einen deutlichen Wahlsieg für die Grünen. Im Währing haben die Grünen eine weitere Hochburg, dort konnten sie ihre Vormachtstellung auf 43 Prozent weiter ausbauen.
Flächenbezirke bleiben rot
Im „Swing-State“ Simmering hatte die SPÖ doch die Nase vorn. Die FPÖ, die gehofft hatte, den Bezirk wie schon 2015 für sich zu erobern, blieb trotz Zugewinnen deutlich dahinter. Ein anderer Hoffnungsbezirk der Blauen, Favoriten, ging ebenfalls wieder an die SPÖ, auch wenn die FPÖ da stark zulegen konnte. Ebenso landete die FPÖ in Floridsdorf, wo sie bei der Nationalratswahl noch stimmenstärkste Partei war, nur auf dem zweiten Platz.
In der Donaustadt verzeichnete die SPÖ mit mehr als sieben Prozentpunkten hohe Verluste. Die Kleingartenaffäre des SPÖ-Bezirksvorstehers Ernst Nevrivy samt Anklage könnte da doch manchen roten Anhänger verprellt haben. Dennoch bleibt die SPÖ klar auf Platz eins. Die FPÖ konnte hier mit einem Plus von mehr als 17 Prozentpunkten jedoch stark aufholen.
Alle Ergebnisse
Grüne bauten Hochburgen weiter aus
Weitere mögliche Duelle zwischen SPÖ und Grünen gingen an die SPÖ. Besonders lange offen war das Rennen in Mariahilf. Im Endeffekt erreichte die SPÖ 34,3 Prozent vor den Grünen mit 33,1 Prozent. Die Leopoldstadt bleibt rot, die SPÖ liegt drei Prozentpunkte vor den Grünen. Auch wenn die Innere Stadt, Hietzing und Döbling türkis bleiben, setzte es teilweise starke Verluste für die ÖVP. Vor allem im 13. Bezirk verlor sie enorm, FPÖ und NEOS gewinnen dazu.
Die Bezirke Landstraße, Wieden, Alsergrund, Meidling, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Hernals, Brigittenau und Liesing bleiben bei der SPÖ. Erfolge gab es auch für KPÖ und Links, die künftig in allen 23 Bezirksparlamenten vertreten sind.
Bei den Bezirksvertretungswahlen konnten auch nicht österreichische EU-Bürgerinnen und -Bürger mitentscheiden. Ihre Wahlkarten wurden gesammelt im Lauf des Montags ausgezählt. Die Auszählung brachte jedoch kaum Veränderungen. Die Wahlbeteiligung bei den Bezirksvertretungswahlen erreichte inkl. der am Montag ausgezählten Briefwahlstimmen 54,2 Prozent – deutlich weniger als 2020 mit 57,7 Prozent.