Ruck ist seit 2014 Wiener Wirtschaftskammer-Präsident, zudem ist er Obmann des Wiener Wirtschaftsbunds, der ÖVP-Liste in der Wirtschaftskammer. Und in dieser Rolle soll er, so der „profil“-Bericht, seinen Familienmitgliedern Positionen in verschiedenen Sozialversicherungen beschafft haben. Bei der Besetzung haben die Sozialpartner Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer ein Mitspracherecht.
Sein Sohn Christoph Ruck etwa wurde in den Landesstellenausschuss der AUVA entsandt. Sein anderer Sohn, Alexander Ruck, ist Vorsitzender im Landesstellenausschuss der PVA. Rucks Lebensgefährtin ist Vorsitzende im Landesstellenausschuss der Sozialversicherung der Selbstständigen. Die Vorsitzfunktionen sind mit rund 1.930 Euro im Monat vergütet, alle anderen Ausschussmitglieder erhalten ein Sitzungsgeld und Fahrtkosten.
Postenschachervorwürfe gegen Walter Ruck
Der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck, ist mit Vorwürfen konfrontiert. Er soll Familienmitglieder in wichtige Positionen in Sozialversicherungsanstalten gehievt haben, berichtete das „profil“ am Samstag.
Wirtschaftsbund: „Keine Auskunft“
Auf Anfrage des ORF Wien heißt es vom Wirtschaftsbund zu den Postenbesetzungen lediglich: „Der Wirtschaftsbund steht als wahlwerbende Fraktion im Wettbewerb. Aus diesem Grund wird er über Pläne, Strategien oder Ziele – in diesem Fall im Zusammenhang mit Personalentscheidungen – öffentlich keine Auskunft erteilen.“
Walter Ruck wollte sich zu der Causa weder gegenüber dem ORF Wien noch dem „Profil“ äußern. Keine Antwort gab es auch auf die Frage, ob er Einfluss auf die Entscheidung des Wirtschaftsbunds für die Entsendung seiner Familienmitglieder genommen oder sich beim Beschluss dazu für befangen erklärt hat.