Entdeckt wurde die schwer verletzte Frau am späten Montagnachmittag auf dem Friedhof im Bereich der Waidhausenstraße von einem Fußgänger. Laut Polizeisprecher Philipp Haßlinger wies die Frau schwere Stichverletzungen auf. Reanimationsmaßnahmen waren nicht mehr erfolgreich.
Rasch geriet die 14-Jährige ins Visier der Polizei. Laut Polizeisprecher Philipp Haßlinger wurde die Polizei durch ihr Verhalten auf die Wienerin aufmerksam. Zeugen sei das Mädchen auf der Straße aufgefallen. Sie wurde schließlich an ihrer Wohnadresse, einer betreuten WG unweit des Friedhofs, von der Polizei als dringend tatverdächtig festgenommen. Dort stellten die Ermittler ein Taschenmesser als mutmaßliche Tatwaffe sowie Kleidung sicher. „Darauf fanden sich auch Blutspuren“, so Haßlinger.
Erst 14-Jährige soll alte Dame erstochen haben
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Möglicherweise Tat gefilmt
In der ersten polizeilichen Vernehmung zeigte sich das Mädchen zur Tat geständig. Die 64-Jährige und die Tatverdächtige dürften einander nicht gekannt haben. Zum Motiv steht weiter nichts fest. „Sie hat keine Angaben dazu gemacht“, sagte Haßlinger. Ob sie zum Zeitpunkt alkoholisiert war oder unter Drogen stand, sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen, hieß es seitens der Landespolizeidirektion – genauso wie ihr psychischer Zustand zum Tatzeitpunkt.
Dass die Frau am Montagnachmittag einen Grabbesuch absolviert habe, sei zumindest naheliegend, so Haßlinger. Das Mädchen soll laut Polizei wohl noch am Dienstag in einer Justizanstalt überstellt werden. Im Laufe des Dienstags findet die Obduktion der 64-jährigen Österreicherin statt. Überprüft wird derzeit auch das Handy der Verdächtigen, sie könnte die Tat möglicherweise gefilmt haben.
MA 11: Engmaschige Betreuung in WG
Die Jugendliche soll seit November 2025 in einer sozialpsychiatrischen WG wohnen. Zuvor hatte ihre Mutter die Obsorge an die Kinder- und Jugendhilfe abgegeben (MA 11). „Sie sagte, sie schaffe es zu Hause mit ihr nicht mehr, und stimmte einer Betreuung in der WG zu“, sagte Sprecherin Ingrid Pöschmann von der MA 11. Das Mädchen sei jedoch polizeilich vorher nie aufgefallen.
„Das Thema bei ihr war ausschließlich eigengefährdendes Verhalten“, sagte Pöschmann. Aufgrund dessen sei sie auch mehrmals in psychiatrischer Behandlung gewesen und habe auch Medikamente einnehmen müssen. Gerade in der WG gebe es jedoch eine besonders engmaschige Betreuung. „Es sind täglich vier Erwachsene im Dienst“, sagte die Sprecherin. Das Personal arbeite in engem Austausch mit dem Psychosozialen Dienst der Stadt Wien und den Kinder- und Jugendpsychiatrien zusammen. Eine psychiatrische Tagesklinik sei eng an die WG angebunden.
Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stünden noch unter Schock. „Ein Psychologe ist derzeit vor Ort und betreut die Kinder und das Personal“, sagte Pöschmann. „Natürlich müssen das alle erst einmal verarbeiten.“