In den Dekorationswerkstätten „Art for Art“ im Arsenal wird das 18 Meter breite und neun Meter hohe gedruckte Kunstwerk für das Wiener Staatsballett vorbereitet. Shepard Fairey ist international für sein ikonisches Obama-Plakat „Hope“ für den US-Wahlkampf 2008 oder für das „Obey“-Motiv. Damit und mit Bildern etwa am Flughafen oder bei der Ankerbrotfabrik hat er auch in Wien bereits Eindruck hinterlassen.
„Jeder, der etwas im öffentlichen Raum platziert muss zugeben, dass er in gewisser Weise Propaganda macht. Gleichgültig, ob es ein politisches Poster, Werbung oder ein Geschäftsschild ist. Mir ist es wichtig, die Menschen daran zu erinnern, dass Bilder immer eine Absicht verfolgen“, erklärte Fairey im „Wien heute“-Interview.
„Hitzelandschaft“ in der Staatsoper
Auch das Ballettbild für „Visionary Dances“ in der Wiener Staatsoper ist mehr als ein Hintergrund. Choreograf Justin Peck lässt das Wiener Staatsballett Temperaturen menschlicher Beziehungen darstellen. Shepard Faireys „Hitzelandschaft“ geht auf die heißen und mit Street Art gefüllten Straßen Miamis ein. Heiße Kunst, aber nicht brennbar.
„Brennen, darf es naturgemäß nicht. In dem Fall wird es zusammengelegt, zusammengefaltet, weil es geht dort hauptsächlich um diesen Rückaushang. Da gibt es unten eine Aluminiumleiste drinnen, sodass der möglichst glatt hängt, oben gibt es Bindebänder, links und rechts konfektioniert“, so Hendrik Nagel, Leiter der Dekorationswerkstätten „Art for Art“.
„Visionary Dances“: Street-Art in der Staatsoper
Normalerweise macht er Wandbilder, jetzt hat der berühmte US-amerikanische Street-Art-Künstler Shepard Fairey ein riesengroßes Bühnenbild für die Wiener Staatsoper entworfen.
Laut Staatsoper werden bei „Visionary Dances" drei Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein, die d"as klassische Ballett in neue Dimensionen geführt haben“. Twyla Tharp war demnach eine der ersten, „die die klassische und moderne Welt verband“. Justin Peck und Wayne McGregor gehören laut Staatsoper „aktuell zu den weltweit wichtigsten und gefragtesten Choreografen“.