Ein Sprecher der Wien Energie verwies gegenüber Radio Wien auf die langfristige Beschaffung von Erdgas. Damit könne man solche kurzen Preisanstiege ausgleichen. Das heißt: Für die Gas- und Fernwärmekunden der Wien Energie wird vorerst einmal nichts teurer.
Ob die aktuelle Situation im Nahen Osten langfristig Auswirkungen auf die Energiepreise haben wird, könne noch nicht abgeschätzt werden, so der Sprecher. Die Lage im Nahen Osten werde genau beobachtet und ständig neu beurteilt.
Lieferstopp für Flüssiggas aus Katar
Der Preis für europäisches Erdgas kletterte am Dienstag auf den höchsten Stand seit über drei Jahren. Grund ist ein Lieferstopp von Flüssiggas aus dem wichtigen Förderland Katar seit Beginn der Woche. Am Montag wurde eine wichtige Anlage zum Export von LNG-Flüssigas nach einem iranischen Drohnenangriff stillgelegt.
Nach Einschätzung von Marktbeobachtern suchen Kunden aus Asien derzeit fieberhaft nach Alternativen für ausfallende Gaslieferungen, was auch die Preise auf dem europäischen Markt nach oben treibt. Der Iran hatte auf die Angriffe durch die USA und Israel mit Gegenangriffen reagiert und den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt, ein Nadelöhr des weltweiten Energiehandels.
Großteil braucht in Wien Gas fürs Heizen
Seit Beginn der Woche hat sich europäisches Erdgas mittlerweile um mehr als 80 Prozent verteuert. Noch stärker war der Gaspreis zuletzt zum Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor vier Jahren gestiegen. Für die weitere Entwicklung des Gaspreises und mögliche Folgen des starken Anstiegs auf die konjunkturelle Entwicklung ist nach Einschätzung von Experten die Dauer des Kriegs im Nahen Osten entscheidend.
In Wien heizen rund 45 Prozent der Haushalte mit Gas und rund 40 Prozent mit Fernwärme. Neben Abwärme aus der Müllverbrennung und Biomasse wird auch die Fernwärme mit bis zu 60 Prozent durch Erdgas betrieben.