Ausgangspunkt der Massenschlägerei war eine Gedenkveranstaltung für Chamenei, die am frühen Mittwochabend im Islamischen Zentrum Imam Ali in der Richard-Neutra-Gasse in Floridsdorf stattfand. An dieser nahmen laut Polizei mehrere hundert Personen teil. Zugleich fand vor dem Gebäude, auf der anderen Straßenseite, eine angemeldete Demonstration von Regimegegnern statt.
Die Polizei hielt die beiden Gruppierungen auseinander. Nach Ende der Gedenkveranstaltung um 20.00 Uhr machten sich immer mehr Teilnehmer auf den Heimweg, auch die Zahl der Demonstrierenden verringerte sich im Lauf des Abends. „Gegen 21.30 Uhr wurde der Polizeieinsatz beendet. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur noch wenige Kundgebungsteilnehmer vor Ort, die Gegenstände wegräumten“, erklärte Polizeisprecher Markus Dittrich.
WEGA musste einschreiten
Doch wenige Minuten später musste die Polizei erneut zum Kundgebungsort ausrücken. Sowohl Dutzende Teilnehmer der Veranstaltung als auch der Kundgebung waren zum Veranstaltungsort zurückgekehrt, wo es schließlich zu der Massenschlägerei kam. Rund 70 Personen prügelten laut Polizei mit Holzlatten und Stöcken aufeinander ein.
Polizisten des Stadtpolizeikommandos Floridsdorf sowie Kräfte der WEGA brachten die Situation daraufhin unter Kontrolle. „Die Verdächtigen sind geflüchtet“, sagte Dittrich. Fotos und Videos in den sozialen Medien zeigten am Mittwoch unter anderem mehrere mit Holzlatten und Stöcken bewaffnete Männer mit Iran-Fahnen vor dem Islamischen Zentrum umherstreifen sowie teils blutüberströmte am Boden liegende Personen.
Sieben Personen ins Spital gebracht
Bei den Beteiligten der Auseinandersetzung soll es sich laut Polizei vorwiegend um iranischstämmige Männer sowie auch einige Männer afghanischer Abstammung handeln. Ermittlungen wegen des Raufhandels seien bereits in Gange, hieß es. Insgesamt wurden neun Personen verletzt. Sie wurden von der Berufsrettung Wien notfallmedizinisch versorgt. Sieben mussten in ein Spital gebracht werden.
Schon während der Demonstration wurden zwei Personen festgenommen, eine wegen des Verdachts des versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt, eine weitere wegen aggressiven Verhaltens. Zudem wurde eine Person wegen gefährlicher Drohung angezeigt, 19 Anzeigen wurden wegen verkehrsrechtlicher Delikte gelegt.