Die beiden befanden sich in der Toilettenanlage des Bahnhofs. Der 28-Jährige versetzte der Frau mehrere Faustschläge, als sie zu Boden ging, schlug er ihren Kopf mehrmals wuchtig gegen den Boden. Die Betroffene erlitt Hirnblutungen, eine Jochbein-Fraktur sowie einen Bruch der rechten Augenhöhlenwand.
Sie hatte den Angeklagten im November 2025 kennengelernt und war mit ihm eine Beziehung eingegangen, die von gemeinsamem Suchtgiftkonsum geprägt war.
Mann hatte bereits neun Vorstrafen
Der 28-Jährige wies zu diesem Zeitpunkt bereits neun Vorstrafen auf, davon sechs wegen Gewaltdelikten. Nach seiner letzten Haftentlassung im April 2022 war er beim AMS arbeitssuchend gemeldet.
Das Paar hatte den 5. Jänner Kokain konsumierend in der Wohnung des Angeklagten verbracht. Als sie Nachschub benötigten, kauften sie bei einem sogenannten Streetrunner sechs Kugeln, die sie zum Teil auf der Stelle konsumierten. Den Rest wollten sie später in der Toilettenanlage am Bahnhof Floridsdorf zu sich nehmen. Weil der 28-Jährige annahm, seine Freundin habe ihm eine Kugel vorenthalten, wurde er aggressiv.
Angeklagter zu Körperverletzung geständig
Während des Ermittlungsverfahrens hatte der Angeklagte vom Schweigerecht Gebrauch gemacht und sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Vor Gericht legte er nun ein Geständnis zur Körperverletzung ab. Den darüber hinausgehenden Vorwurf, der Frau mit Gewalt auch noch eine Substitol-Tablette weggenommen zu haben, stellte der Mann in Abrede.
Vom inkriminierten Raubvorwurf sprach ihn am Ende ein Schöffensenat frei. Mit den sechseinhalb Jahren für die absichtlich schwere Körperverletzung war der 28-Jährige einverstanden. Die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.