Man nehme zur Kenntnis, dass eine Schließung geprüft werde, heißt es in einer Aussendung vom Freitag. Darin befürwortet das Imam-Ali-Zentrum „eine objektive, faire und transparente Prüfung“, man wolle vollumfänglich mit den zuständigen Behörden kooperieren. In der schriftlichen Mitteilung heißt es außerdem, der Beschluss des Nationalrats bedeute nicht, dass es ein Fehlverhalten gegeben habe.
Einzelne Einschätzungen könnten vielmehr auf unvollständigen oder missverständlichen Informationen beruhen. Als ehemaliger Universitätsprofessor für Ethik und Philosophie lehne er jedenfalls jede Form von Radikalisierung, Dogmatismus und ideologischen Verzerrungen ab, betonte Vorstandschef Mahmoud Montazeri Moghaddam. Die Arbeit des Zentrums basiere auf Vernunft und Verantwortung. Eine Prüfung werde diese Grundhaltung sichtbar machen, so Moghaddam.
Antrag der Grünen einstimmig angenommen
Zuletzt kam es in dem Zentrum nach einer Gedenkfeier für das getötete geistliche Oberhaupt des Iran, Ali Chamenei, zu einer Massenschlägerei – mehr dazu in Massenschlägerei nach Chamenei-Gedenken. Die fünf Parlamentsparteien sprachen sich daraufhin diese Woche einhellig für eine Prüfung einer möglichen Schließung aus.
Ein entsprechender Antrag wurde am Dienstag auf Initiative der Grünen einstimmig im Innenausschuss des Nationalrats beschlossen, wie die Parlamentskorrespondenz berichtete. Das Zentrum steht im Verdacht, enge Verbindungen zum Regime in Teheran zu haben. Mehrere Parteien forderten in jüngster Vergangenheit die Prüfung des Islamischen Zentrums in der Richard-Neutra-Gasse. Auch der Bezirk wirft dem religiösen Zentrum vor, „extremistische, homophobe und antisemitische Botschaften“ zu verbreiten.
Als Verein betrieben
Das Islamische Zentrum Imam Ali wird als Verein betrieben. Die Dokumentationsstelle Politischer Islam stufte das Zentrum in einem Bericht 2022 als eine jener Einrichtungen ein, über die die Islamische Republik versuche, Einfluss zu nehmen. In der Vergangenheit wurde das Zentrum zudem wiederholt von hochrangigen iranischen Politikern bei Aufenthalten in Österreich besucht.