In den Grätzllaboren können die Wienerinnen und Wiener Ideen einbringen und gemeinsam umsetzen. Wie aus einer solchen Idee ein konkretes Projekt wird, zeigt das Beispiel „Kagraner Plauderplatzerl“. Ausgehend vom Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität entstand ein neuer Treffpunkt mit Pergola und Sitzmöglichkeiten, der heute von vielen Menschen im Grätzl genutzt wird. Initiiert wurde das Projekt von Gabi Erhardt, einer Bewohnerin aus Kagran, die ihre Idee ins Grätzllabor einbrachte und gemeinsam mit anderen weiterentwickelte.
„Ich wollte einfach einen Ort, wo man sich auch ohne Konsumzwang hinsetzen und miteinander reden kann", sagte die Initiatorin des Projekts. Dass in kurzer Zeit daraus ein fixer Treffpunkt für so viele Menschen jeden Alters geworden sei, hätte sie am Anfang nicht gedacht.
80 Gruppen und Grätzlmacher
Das Plauderplatzerl steht beispielhaft für das Potential der Grätzllabore, aus individuellen Ideen nachhaltige Verbesserungen im öffentlichen Raum zu entwickeln. Das Projekt wurde mit Unterstützung der Stadt Wien und des Bezirks ermöglicht. Insgesamt wurden im Jahr 2025 bereits 25 solcher Projekte beschlossen, die sich derzeit in Umsetzung befinden. Die Bandbreite reicht von neuen Sitzgelegenheiten über Begrünungsmaßnahmen bis zu Trinkbrunnen, Grätzlrädern und Wurmhotels.
Die Grätzllabore sind ein gemeinsames Beteiligungsprogramm der Stadt Wien und des Vereins Lokale Agenda 21 Wien, das es in zwölf Bezirken gibt. Wienweit sind derzeit rund 80 Projektgruppen sowie Grätzlmacherinnen und Grätzlmacher aktiv. Aus den Ideen entstehen konkrete Projekte: neue Treffpunkte, mehr Miteinander in der Nachbarschaft oder zusätzliche Begrünung im Grätzl. „Die Grätzllabore zeigen, dass Beteiligung konkret wirkt“, so Klima- und Demokratiestadtrat Jürgen Czernohorszky.