Ein Trinkwasserkraftwerk am Wienerberg
Wiener Wasser / Rappersberger (Symbolbild)
Wiener Wasser / Rappersberger (Symbolbild)
Stromerzeugung

Neues Kraftwerk in Hochquellenleitung

Klimafreundliche Stromerzeugung durch Windräder und Solarpaneele gibt es auf der ganzen Welt. Die Stadt Wien setzt auch auf Stromerzeugung durch Trinkwasserkraftwerke entlang der Hochquellenleitungen. Auf Wiener Stadtgebiet ist nun ein viertes in Betrieb gegangen.

Im Gegensatz zu unübersehbaren Windrädern sieht man das neue Trinkwasserkraftwerk gar nicht. Es befindet sich unterirdisch beim Wasserbehälter Hungerberg in Döbling. Das Trinkwasserkraftwerk nutzt die Höhenunterschiede der Hochquellenleitungen zur Stromerzeugung. Die Anlage besteht aus vier Pumpen, die als Turbinen genutzt werden, und erzeugt, laut Stadt Wien, Strom für etwa 700 Haushalte. Dieser werde in das Stromnetz eingespeist.

Bei Bedarf kann die Anlage auch als Pumpwerk für die Wasserversorgung genutzt werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Arbeiten an den Hochquellenleitungen stattfinden. In diesem Fall wird das Trinkwasser in höher gelegene Wasserbehälter gepumpt.

Weitere Kraftwerke in Planung

Das Trinkwasserkraftwerk in Döbling ist das vierte in Wien. Das erste ging 2006 in Mauer in Betrieb, es folgten eines am Wienerberg und eines am Schafberg. 13 weitere befinden sich entlang der Wiener Hochquellen-Leitungen in Niederösterreich und der Steiermark. Die beiden ältesten Kraftwerke, die noch in Betrieb sind, sind jene im Quellengebiet Wildalpen. Sie sind seit 1931 in Betrieb, erklärte die zuständige Abteilung Wiener Wasser.

Mittlerweile wird mit den Trinkwasserkraftwerken so viel Öko-Strom erzeugt, dass der Strombedarf einer Stadt wie Wiener Neustadt gedeckt werden könnte, betonte die Stadt. Weitere Standorte für Trinkwasserkraftwerke, etwa beim Wasserbehälter Rosenhügel, werden aktuell geprüft bzw. sind bereits in Planung.