Wiener Beton-Riesenrad mit dem Team auf dem Wasser
Marc-Patrick-Pfleger
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Bildung

Wiener gewinnen Regatta mit Beton-Riesenrad

Mit einem schwimmenden Beton-Riesenrad hat das „Vienna Canucrete Team“ der Hochschule Campus Wien bei der 20. Deutschen Betonkanuregatta den Sieg in der „Offenen Klasse“ geholt. Der internationale Wettkampf fand in Brandenburg an der Havel statt.

Die Deutsche Betonkanuregatta findet alle zwei Jahre statt und verbindet Ingenieurwesen mit sportlichem Wettbewerb. Studierende und Forschende entwickeln dafür schwimmfähige Wasserfahrzeuge aus Beton und treten in den Kategorien „Sportlicher Wettkampf“, „Konstruktion“, „Gestaltung“, „Nachhaltigkeit“ und „Offene Klasse“ gegeneinander an. Nach Angaben der Hochschule nahmen heuer mehr als 130 Teams von über 50 Hochschulen und Universitäten am Wettkampf teil.

Offene Klasse: Erster Antritt und erster Platz

Die Wienerinnen und Wiener traten heuer erstmals auch in der „Offenen Klasse“ an. In dieser Kategorie sind Wasserfahrzeuge aller Art zugelassen, deren Auftrieb durch Betonkörper erzeugt wird. Dabei stehen neben technischer Umsetzung auch kreative Konzepte im Mittelpunkt.

Mit ihrem Wettbewerbsbeitrag „Wiener Riesenrad“ setzte sich das Team der Hochschule Campus Wien gegen die Konkurrenz aus Deutschland durch und holte sich Gold. Den zweiten Platz belegte die TU Dresden mit einem Beton-Katamaran, Rang drei ging an die FH Erfurt mit einem Schwimmkörper in Form der Figur „Bernd das Brot“.

Detailfoto einer „Kabine “ des Beton-Riesenrads
©Hochschule Campus Wien/Schedl
Auch die einzelnen Wagons des Riesenrades wurden von den Studentinnen und Studenten nachgebaut

Jury lobte detailgetreue Umsetzung

Ausschlaggebend für den Sieg war laut der Hochschule die detaillierte und technisch anspruchsvolle Nachbildung des Wiener Wahrzeichens. Das Riesenrad hatte einen Durchmesser von 2,45 Metern und wog rund 130 Kilogramm. Gemeinsam mit den Betonschwimmkörpern, einer Holzplattform und Stahlständern brachte die gesamte Konstruktion rund 480 Kilogramm auf die Waage.

Für den Bau kamen unter anderem bewährte 3-D-Betondruckelemente zum Einsatz. Die äußeren Ringe des Riesenrades wurden mit Stahlgewindestangen verbunden und verspannt. Besonders aufwendig sei dabei das gleichmäßige Spannen der Speichen gewesen, um Schäden am Beton zu vermeiden.

Zusammenbau direkt im Wasser

Eine weitere Herausforderung stellte die Montage dar. Aufgrund von Größe und Gewicht der Bauteile musste das Gefährt direkt im Wasser zusammengebaut werden. Gleichzeitig durfte die Belastung der hohlen Betonschwimmkörper nicht zu ungleichmäßig sein, damit diese nicht volllaufen und sinken.

Spannbetonkanu

Auch mit seinem Rennkanu „LitzenFlitzer“ hat das Team Tüftlergeist gezeigt. Das Boot wurde mit vorgespannten Basallitzen gebaut – einer Technik, die üblicherweise im Ingenieurbau, etwa bei Brücken, eingesetzt wird. Durch die Vorspannung sollen Risse im Beton reduziert und die Belastbarkeit des Kanus erhöht werden.

„LitzenFlitzer“ außerhalb des Wassers
Hochschule Campus Wien/Schedl
Das heurige Betonkanu des Wiener Teams trägt den Namen „LitzenFlitzer“, da Basallitzen bei der Konstruktuion eingesetzt wurden

Mit dem Betonkanu haben die Studierenden des FH Campus Wien auf einen Preis in der Konstruktionskategorie abgezielt, jedoch keinen der ersten drei Plätze erreicht. Den ersten Platz belegte hierbei die Technische Universität Dresden.