Bestätigt wurde die Zahl der abgebauten Stellen aber weder gegenüber der „Presse“ noch gegenüber der APA. Verhandlungen für einen Sozialplan sind jedenfalls im Gange. Zur APA hieß es, dass die Zahl der wegfallenden Jobs geringer als 200 ausfallen werde. Eine genaue Zahl könne man nicht nennen, weil der Prozess noch laufe.
Neuaufstellung im Unternehmen
Hintergrund des Stellenabbaus sind strategische Überlegungen im Zuge eines Führungswechsels. Beim japanischen Konzern hat im Juni die Managerin Julie Kim den Vorstandsposten übernommen. Diese strebe danach, die „Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, das langfristige Wachstumsprofil zu verbessern und weiterhin einen verlässlichen Zugang zu lebenswichtigen Therapien“ zu gewährleisten.
„Im Rahmen dieser Transformation überprüft das Unternehmen seine Prozesse und Organisationsstruktur, um sicherzustellen, dass es für das heutige Umfeld und die Zukunft gut aufgestellt ist“, hieß es von Takeda.
Takeda will Jobs in Österreich streichen
Der japanische Pharmakonzern Takeda soll rund 200 Stellen in Österreich streichen. Das berichtete die „Presse“ heute. Betroffen sei vor allem der Bereich Forschung und Entwicklung zu Biologika in Wien, so das Unternehmen gegenüber der Zeitung.
Takeda: Österreich bleibt wichtiger Standort
„Der Fokus liegt auf der Standardisierung und Vereinfachung von Arbeitsweisen, um Ressourcen effektiver zu priorisieren.“ Beschäftigt seien bei Takeda hierzulande mehr als 4.000 Mitarbeitende, Österreich bleibe aber ein wichtiger Standort. In Wien würden die Forschungsaktivitäten grundsätzlich fortgesetzt.
Die Gewerkschaft ortet im Stellenabbau einen Schaden für den „Innovationsstandort Wien“ und sprach von einem „herben Schlag für die Beschäftigten“. „Gerade dort, wo hochqualifizierte Arbeitsplätze und neue Therapien entstehen sollten, werden nun Jobs abgebaut und Investitionen infrage gestellt“, betonte GPA-Wien-Geschäftsführerin Bettina Wucherer in einer Aussendung. Betroffenen riet sie, sich bei Unklarheiten von der Gewerkschaft beraten zu lassen, um nicht um Ansprüche umzufallen.
Zukunft des geplanten Labors in der Seestadt ungewiss
Konsequenzen wird der Schritt allerdings für ein geplantes Life-Sciences-Labor in der Seestadt Aspern in Wien-Donaustadt haben, in das zuvor eine Millioneninvestition geflossen war und Unterstützung aus der Kommunalpolitik erhielt. Der Spatenstich erfolgte im Jahr 2023, fertiggestellt wurde der Bau heuer im Mai. Auf 25.000 Quadratmetern hätten rund 250 Forscherinnen und Forscher etwa an neuen Therapien in den Bereichen Onkologie und seltene Krankheiten arbeiten sollen, hieß es damals.
Nun ist es zweifelhaft, dass das Labor von Takeda überhaupt in Betrieb genommen wird. Das Unternehmen wolle die Räumlichkeiten und Laborinfrastruktur untervermieten bzw. bestenfalls an ein Unternehmen aus der Life-Sciences-Branche übergeben, wurden der APA Angaben der „Presse“ bestätigt.
Die FPÖ wertete die Entscheidung zum Labor als Symptom „nicht vorhandener Standortpolitik“. „Takeda ist nur das jüngste Beispiel in einer langen Kette von Unternehmen, die Österreich den Rücken kehren oder ihre Investitionen lieber im Ausland tätigen“, so die freiheitliche Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm in einer Aussendung. Schuld seien etwa eine „Rekordsteuerquote“ und „ausufernde Bürokratie“.