Neun Faschingsgilden sind laut Website des Bundes Österreichischer Faschingsgilden (BÖF) Teil des BÖF und/oder des Wiener Landesverbands. Dem gegenüber stehen mehr als 40 registrierte Faschingsgilden alleine in Kärnten. Die jüngste Gründung der „Vindobona“ zeigt jedoch, dass Faschingsbräuche auch ein lebendiger Teil der Wiener Kultur sind.
Die Faschingsgilden organisieren z. B. Faschingsumzüge, gestalten Tanzchoreografien, schreiben Sketches für Vorführungen und zeigen sich auf Festen in ihrem Gildengewand. In regelmäßigen Sitzungen trifft man sich, tauscht sich aus und knüpft neue Freundschaften.
Narrentum als Grundvoraussetzung
„Man muss ein richtiger Faschingsnarr sein“, sagt die Gründerin der Faschingsgilde „Vindobona“, Susanne, gegenüber wien.ORF.at auf die Frage, was es denn brauche, um eine Faschingsgilde zu gründen. Sie sei bereits seit ungefähr 15 Jahren „beim Fasching dabei“ und war in mehreren Faschingsgilden Mitglied. Diesen Frühling, „zwischen Kaffee- und Eierkochen“, hatte sie schließlich die Idee, die „Vindobona“ zu gründen.
Grantiger Schlachtruf auf Wienerisch
Den Wien-Bezug im Namen der Faschingsgilde „Vindobona“ wollte die Gründerin auch in deren Schlachtruf unterstreichen. Es sollte etwas Ur-Wienerisches „Grantiges“ sein. Der typische Wiener werde als „ungut oder unbequem“ beschrieben, meint Susanne im Interview. Der Ruf „Jo eh“ passe dazu.
„Tohuwabohu“ vor dem Donaustädter Amtshaus
Einem weit verbreiteten Irrglauben nach beginnt der Fasching jedes Jahr am 11. November. Dieses Datum markiert jedoch bloß das traditionelle „Narrenwecken“: Ab diesem Moment beginnt der „Faschingsnarr“, Streiche für den eigentlichen Faschingsbeginn am 7. Jänner auszuhecken.
Für den 11. November 2026 hat die Faschingsgilde „Vindobona“ bereits einen Plan: Sie wird dem Bezirksvorsteher der Donaustadt, Ernst Nevrivy (SPÖ), symbolisch den Schlüssel zum Amtshaus abnehmen. „Ein richtiges Tohuwabohu“ mit Musik und Krapfen werde das.