Ernst Nevrivy
APA/Georg Hochmuth
APA/Georg Hochmuth
POLITIK

Sozialistische Jugend will Nevrivy-Rücktritt

Die Sozialistische Jugend Wien fordert den Rücktritt des Donaustädter Bezirksvorstehers Ernst Nevrivy (SPÖ). Als Grund nennt die Vorsitzende Lena Stern Nevrivys kolportierte Aussagen, wonach er sich einen teilweisen Verkauf von Gemeindewohnungen vorstellen könne.

„Gemeindebauten anzugreifen und hinter verschlossenen Türen von Privatisierungen zu sprechen, hat im Roten Wien keinen Platz. Ernst Nevrivy muss zurücktreten“, fordert Stern am Freitag auf Instagram. „Halbherzige Entschuldigungen reichen hier nicht aus“, heißt es in dem Posting weiter, es müssten Konsequenzen folgen. Es sei „genau diese Art der Politik, die zu einem Glaubwürdigkeitsverlust beiträgt“.

Stern teilte gegenüber dem ORF Wien mit, sie habe Nevrivy vor der öffentlichen Rücktrittsaufforderung auch persönlich kontaktiert und ihm die Einschätzung der Sozialistischen Jugend mitgeteilt. Und: „Die Gremien der SPÖ Wien werden im September tagen und sicher auch zu dieser Causa diskutieren.“ Aus Nevrivys Büro hieß es am Samstag auf ORF-Anfrage, man werde das Posting der Sozialistischen Jugend nicht kommentieren.

„Brauche keine 220.000 Sozialwohnungen“

Bei seinem Treffen mit dem mittlerweile zurückgetretenen Chef der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck, soll Nevrivy auch darüber gesprochen haben, dass er Gemeindewohnungen „verklopfen“ würde. Das berichteten „Krone“ und „profil“. „Gemeindewohnungen sind ja inzwischen Sozialwohnungen. Aber ich brauche keine 220.000 Sozialwohnungen“, soll Nevrivy etwa gesagt haben. 100.000 oder 150.000 Gemeindewohnungen würden reichen.

Nevrivy erklärte auf ORF-Wien-Nachfrage, dass er sich nicht mehr an den genauen Wortlaut der widerrechtlich aufgezeichneten Gespräche erinnern könnte. Er möchte jedoch betonen, dass er sich „bedingungslos zum sozial geförderten Wohnbau“ in Wien bekenne. Zudem könne er nur betonen, niemals mit Investoren über etwaige Privatisierungen von Gemeindebauten Gespräche geführt zu haben. Er habe in diesem Bereich auch keinerlei Kompetenzen.

Sozialistische Jugend will Nevrivy-Rücktritt

Den Rücktritt des Donaustädter Bezirksvorstehers Ernst Nevrivy fordert die Sozialistische Jugend Wien. Grund dafür sind veröffentlichte Gesprächsprotokolle, in denen Nevrivy über einen möglichen Verkauf von Gemeindewohnungen gesprochen haben soll.

Für Sozialistische Jugend „Herzstück des Roten Wien“

„Der soziale Wohnbau ist das Herzstück des Roten Wien“, hob die Sozialistische Jugend Wien hervor. Die Gemeindebauten stünden seit über 100 Jahren für leistbares Wohnen und soziale Sicherheit, ihre Privatisierung dürfe nicht zur Debatte stehen. „Gerade in Zeiten, in denen Wohnen immer teurer wird, braucht es mehr und nicht weniger sozialen Wohnraum!“