Eva Gretzmacher
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Außenministerium

In Niger entführte 76-Jährige wieder in Wien

Die Anfang 2025 im Niger entführte Österreicherin Eva G. ist nach mehr als 21 Monaten in Geiselhaft wieder frei und laut APA wieder zurück in Wien. Zuvor hatte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) die Freilassung bestätigt.

Ein Bild zeigt Eva G. nach ihrer Ankunft am Flughafen Wien-Schwechat beim Empfang durch ihren Sohn. Zuvor hatte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) am Donnerstag ihre Freilassung bestätigt. „Ich konnte bereits mit Eva G. telefonieren. Es scheint ihr so weit gut zu gehen und ich bin sehr beeindruckt von dieser starken Frau.“

„Zwei Geiseln, eine Österreicherin und eine Schweizerin, sind nach eineinhalb Jahren Gefangenschaft im Niger freigelassen worden und dank der Intervention des stellvertretenden Oberbefehlshabers Saddam Haftar in Bengasi eingetroffen“, hatte der libysche Sender al-Masar berichtet. Generalleutnant Saddam Khalifa Haftar habe sich auf Bitten der Familien für ihre Freilassung eingesetzt, teilte der Sender auf der Plattform X weiter mit.

Geiselhaft in Niger: Eva Gretzmacher gerettet

Knapp zwei Jahre lang ist eine Wienerin in Afrika als Geisel gehalten worden. Sie hat dort Jahrzehntelang gelebt und Entwicklungsgarbeit im Niger geleistet. Im Jänner 2025 ist sie entführt worden. Immer wieder gab es diplomatische Versuche, die Frau nach Österreich zurückzubekommen. Bisher vergeblich. Jetzt ist es geschafft, die 76-jährige ist frei.

Sohn zeigt sich erleichtert

Der Sohn von Eva G. zeigt sich in einem Dankesvideo, das ORF Wien vorliegt, erleichtert. Nach über 21 Monaten sei er „überglücklich“, dass „der Spuk und die Geiselnahme beendet sind und unsere Mutter nach Hause kommt“, sagte Christoph G. in der Videobotschaft. Auch er bedankte sich bei allen Beteiligten, wie dem Krisenstab und den Ministerien, „herzlich“ und nannte außerdem die Länder Mali, Niger, Algerien und „allen voran Saddam und die Familie Haftar“. Er sei „überwältigt“ und werde seine Mutter demnächst in Empfang nehmen können. „Es ist natürlich eine Riesenerleichterung.“

Videobotschaft des Sohnes

Nach über 21 Monaten sei er „überglücklich“, dass „der Spuk und die Geiselnahme beendet sind und unsere Mutter nach Hause kommt“, sagte Christoph G. in einer Videobotschaft.

Video in libyschem TV ausgestrahlt

Bereits Mittwochabend hatte der Sohn der Wienerin auf Facebook über die Freilassung berichtet. In einem vom ostlibyschen Fernsehsender al-Masar ausgestrahlten Video wirkten die beiden Frauen erschöpft. Unter einem Porträt von Marschall Khalifa Haftar sitzend, bedankten sie sich auf Französisch bei ihren Befreiern.

„Ich bin Schweizerin. Ich bin 69 Jahre alt. Ich wurde vor einem Jahr und sechs Monaten als Geisel genommen. Jetzt bin ich froh, frei zu sein, und danke Marschall Khalifa Haftar und seinem Sohn, General Saddam Haftar, für alles, was sie für meine Freilassung getan haben“, sagte die eine. „Ich … bin Österreicherin und 76 Jahre alt. Ich danke Marschall Khalifa Haftar und seinem Sohn Saddam, der uns befreit hat, von ganzem Herzen. Ein Jahr und neun Monate als Geisel“, sagte die zweite Frau.

Engagement in Bildungs- und Entwicklungsprojekten

Eva G. und die Schweizerin hatten seit vielen Jahren in dem westafrikanischen Land gelebt und sich unter anderem in Bildungs- und Entwicklungsprojekten engagiert. Sie wurden beide 2025 aus Agadez entführt, zuerst Eva G. im Jänner 2025. Die Österreicherin, die seit fast drei Jahrzehnten in Agadez am Rande der Sahara lebte, war seit 1996 mit dem von ihr gegründeten privaten Kulturverein Amanay in Niger aktiv.

Am 13. April des Vorjahres wurde mit der Schweizerin eine zweite Frau auf die gleiche Art und Weise wie die Österreicherin entführt: nämlich nachts aus ihrer Wohnung in Agadez. Vermutungen legten nahe, dass die beiden gemeinsam festgehalten wurden. Über die Hintergründe der Entführung gibt es kaum gesicherte Informationen. Die nigrischen, österreichischen und Schweizer Behörden hielten sich bisher weitgehend bedeckt.