Während der Sanierung seien die Wehrmauern um bis zu einen Meter erhöht worden, die Gesamtkapazität der Rückhaltebecken betrage nun 1,2 Millionen Kubikmeter, hieß es am Donnerstag. Im September 2024 geriet das Gewässer bei einer Durchflussmenge von bis zu 440.000 Litern pro Sekunde erstmals an seine Grenzen. „Wenn einmal die höchste Marke erreicht ist, dann ist es Zeit, Maßnahmen zu setzen“, erklärte die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ), die mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) die Schutzanlage begutachtete.
Wien rüstet Hochwasserschutz nach Extremwetter auf
Das nächste Hochwasser oder der nächste Starkregen kommen bestimmt. Und um auch darauf vorbereitet zu sein, hat die Stadt die Rückhaltebecken des Wienflusses bei der Westeinfahrt saniert und die Wehrmauern erhöht.
Aus Sicht des Bürgermeisters seien die schweren Regenfälle vor zwei Jahren in Wien eigentlich gut bewältigt worden. Die Hauptstadt habe sich „sehr wohltuend von einer Situation unterschieden, die es in anderen Teilen Österreichs gegeben hat“, so Ludwig. „Das Gebiet rund um Wien war landunter.“ Trotzdem sei es sinnvoll, in der Stadt nachzurüsten, weil klimawandelbedingte Extremereignisse „schwer voraussehbar“ und „ungewöhnlich heftig“ seien.
Schutzanlage bereits seit der Kaiserzeit
Bereits nach ihrem Bau während der Kaiserzeit Ende des 19. Jahrhunderts war die Schutzanlage auf das Zehnfache des heutzutage standardmäßigen Hochwasserschutzziels für lediglich 100-jährliche Hochwasser ausgelegt. Immerhin münden im bachähnlich wirkenden Wienfluss mehrere Gewässer aus dem Wienerwald.
Auch eine neue Schutzmauer in der Ludwiggasse gibt es nun, und beim Donaukanal wurde die Hochwassermauer zur U-Bahn hin verstärkt. Die Renovierung der historischen Bestandteile am Wienfluss sei in Einklang mit Vorgaben des Denkmalschutzes umgesetzt worden.