Vor einem Jahr ereilte die Swifties (Fans von Taylor Swift) die kurzfristige Absage der Konzerte der Sängerin im Ernst-Happel-Stadion. Die Veranstaltungen waren wegen einer Anschlagswarnung aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Im Anschluss an die Absage versammelten sich spontan tausende Fans in der Corneliusgasse im 6. Bezirk. Was als improvisiertes Treffen enttäuschter Konzertbesucherinnen und Besucher begann, hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Ort für Swifties entwickelt. Aus der Gasse wurde ein Fan-Treffpunkt, der weit über Österreich hinaus bekannt wurde.
Swift-Fans erklärten die Corneliusgasse in Anlehnung an den Song Cornelia Street zur symbolischen Gedenkstätte. Dort schmückten die Fans einen Baum mit Freundschaftsbändern, der nun als Friendship Tree bekannt ist. Er dient seither als zentraler Ort für Erinnerung und Zusammenhalt innerhalb der Fangemeinschaft. Der Friendship Tree wurde zwischenzeitlich sogar in Online-Kartendiensten markiert.
Finanzierung durch den Bezirk
Ein Jahr nach der Absage fand am Freitag in der Corneliusgasse erneut ein Treffen der Fans statt. Um 16.00 Uhr wurde dort die offizielle Enthüllung einer Gedenkplakette gefeiert, die an die spontanen Versammlungen und das Gemeinschaftsgefühl des vergangenen Jahres erinnern soll. Die Tafel wurde vor der dortigen Volksschule gegenüber dem „Freundschaftsbaum“ angebracht. In deutscher und englischer Sprache ist darauf zu lesen, dass dies ein Ort des Gedenkens sei, an dem Hass keinen Platz habe.
Die Corneliusgasse war für das Event abgesperrt. Die erschienenen Anhängerinnen und Anhänger des Superstars intonierten den Nachmittag über Taylor-Swift-Songs, beschallten die Straße mit Liedern des Megastars aus der Konserve und zeigten bzw. tauschten Freundschaftsarmbänder – ein wichtiges Accessoire in der Fangemeinde. Auch papierene Straßenschilder mit „Cornelia Street“ wurden hochgehalten.
„Die Fangemeinde von Taylor Swift ist eine friedliche und inklusive Community und versprüht Offenheit und Positivität. Die Gedenktafel ist ein Symbol der Verbundenheit und steht ganz im Sinne unseres Bezirksmottos ‚Miteinander in Mariahilf‘. Ich freue mich daher auch, die Fan-Community mit der Finanzierung der Tafel zu unterstützen“, so der Bezirksvorsteher des 6. Bezirks, Markus Rumelhart (SPÖ).
„Herzschmerz und Verwirrung“
Anschließend folgt das dreitägige „Swienna Revival“-Festival, das bis zum 10. August verschiedene Veranstaltungen umfasst. Auf dem Instagram Kanal Swiftienightsvienna schreiben Fans: „Was einige der schönsten Nächte unseres Lebens hätten werden sollen, verwandelte sich in Herzschmerz und Verwirrung. In der Hoffnung, gemeinsam zu heilen und ein neues Kapitel zu beginnen, organisieren wir in diesem Sommer ein Eras Tour Festival Revival.“
Gedenktafel zur Jährung der Swift-Anschlagspläne
Ein Jahr nach der Absage dreier Taylor-Swift-Konzerte erinnern Fans mit einem mehrtägigen „Swienna Revival“-Festival an die Ereignisse im vergangenen Jahr. Zum Auftakt wurde am Freitagnachmittag in der inzwischen zum Fan-Wahrzeichen gewordenen Corneliusgasse eine Gedenktafel enthüllt.
Im Rahmen dessen ist am Freitag ein Kino-Abend sowie ab 23.00 Uhr im Club U4 eine Veranstaltung mit Bezug zur Eras Tour geplant. Am Samstag findet im Club C’est la vie ein Event für Besucherinnen und Besucher ab 16 Jahren statt. Den Abschluss bildet am 10. August ein familienfreundliches Tages-Event in der Donaustadt, das laut Veranstaltungsteam allen Altersgruppen offenstehen soll. Parallel dazu werden diverse Fanprojekte präsentiert, die ebenfalls an die Ereignisse des Vorjahres anknüpfen.
Im Zuge der Entwicklungen hat die Bezirksvertretung Mariahilf nun auch bauliche Maßnahmen beschlossen, die mit der Swiftie-Community in Verbindung stehen. So wurde im Bezirksparlament die Errichtung eines Aufzugs zwischen der Gumpendorfer Straße und der Corneliusgasse beschlossen. Dieser soll künftig barrierefreien Zugang ermöglichen und wird bereits als „Swifties-Aufzug“ bezeichnet. Außerdem wird laut Wiener ÖVP über eine mögliche Umbenennung der Corneliusstiege in „Swifties-Stiege“ beraten.