Preisschild vor Restaurant in Wien
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Wirtschaft

Gastronomie übt schwierigen Spagat

Ein Besuch im Gasthaus wird für Wienerinnen und Wiener immer teurer. Die Inflation in Österreich steigt weiter, was besonders die Gastronomie zu spüren bekommt – und die Gäste. Ein möglicher Weg könnte mehr Kreativität sein.

Die Preise in der Gastronomie sind laut Statistik Austria im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent gestiegen – und damit mehr als die Gesamtinflation. Ein Blick auf die letzten fünf Jahre zeigt, dass die Preise im Lokal um 42 Prozent gestiegen sind. Die Inflation betrug im gleichen Zeitraum 28 Prozent. Ein Mittagsmenü kostet sogar um 50 Prozent mehr.

Als Grund werden oft die steigenden Großhandelspreise genannt. Der Preis für Kaffee, Tee und Gewürze ist wieder laut Statistik Austria zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel höher. Obst und Gemüse kosten acht Prozent mehr, Fleisch sechs Prozent. Es ist ein Spagat zwischen steigenden Preisen und weniger Gästen.

Gastronomie wird immer teurer

Gastronomie wird immer teurer

Gastronomie wird immer teurer

Plus 35 Prozent für Rindfleisch im Einkauf

Für den Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Wien, Thomas Peschta, sind Vergleiche von Mittagsmenüs weniger aussagekräftig. Er betonte im „Wien heute“-Studiogespräch, da müsse man definieren, was ein Mittagsmenü sei: Das sei einmal Knödel mit Ei, woanders würde ein Lokal Rindsbraten anbieten. Da müsste man lieber schauen, was kostet ein Wiener Schnitzel vom Schwein mit Erdäpfeln vor fünf Jahren, was kostet es jetzt.

Als großer Preistreiber habe sich dieses Jahr Rindfleisch erwiesen. Das sei im Einkauf um 35 Prozent teurer geworden, sagte Peschta: „Da muss man sich dann schon überlegen, welche Produkte kann ich dem Gast auch noch zumuten mit diesen Preissteigerungen. Denn diese Preissteigerungen kann man nicht weitergeben, das geht nicht.“

Thomas Peschta im „Wien heute“-Gespräch

Thomas Peschta, Fachgruppe Gastronomie

Peschta setzt auf Kreativität der Gastronomen

Peschta betonte, dass nicht die Gastronomie die Preise in die Höhe treibe: „Wir sind abhängig davon, was die Energie kostet. Wir sind abhängig davon, was der Kilo Mehl im Einkauf kostet.“ Das sei ja dann auch ursächlich für den Preis von Schweine- oder Rindfleisch. Die Gastronomie befinde sich am Ende der Wertschöpfungskette „und wir müssen diese Preise nehmen“.

Allerdings müsse man in Zeiten steigender Preise und Kosten überlegen, wie man für Gäste attraktiv bleiben könne, so Peschta. Man müsse überlegen, wo man am Angebot drehen könne: Biete ich weiter Beef Tatar als Vorspeise an oder doch etwas anderes. Hier sei die Gastronomie schon sehr kreativ, gab sich Peschta optimistisch, auch für die momentane Situation Lösungen finden zu können.