Generalstabschef Rudolf Striedinger ehrte Robert Bernardis am Freitag für seinen Mut im Einsatz für Freiheit und Demokratie. Im Beisein der Enkelin Bernardis wurde ein Kranz an dessen Gedenktafel niedergelegt. Für Striedinger zeige das Leben Bernardis, „in welche Situationen Soldaten in einem verbrecherischen Regime kommen können“, und dass es einen Zeitpunkt gibt, „an dem der Gehorsam zu verweigern ist und Konsequenzen zu ziehen sind“. Bernardis sei ein Vorbild, aus seinem Wirken „können wir lernen und Konsequenzen für das Leben und den Dienst ziehen“.
Auch die derzeitige Gesellschaft sei Bedrohungen ausgesetzt, so Striedinger. Diese seien gesellschaftspolitischer Natur, etwa die Radikalisierung einzelner, betonte der Generalstabschef: „Hier ist es notwendig, wachsam zu sein.“ Das Bundesheer nehme hier im Bereich der Wehrpflicht eine wichtige Rolle bei der Bildung von Wertvorstellungen ein. Es brauche eine Persönlichkeitsbildung im Sinne des Denkens und Handelns von Robert Bernardis.
Gedenken an Widerstandskämpfer Robert Bernardis
Heute hat das Bundesheer in der Roßauer Kaserne des höchstrangigen österreichischen Widerstandskämpfers gegen das NS-Regime gedacht: Oberstleutnant des Generalstabes Robert Bernardis. Beteiligt an der Operation Walküre, dem Hitler-Attentat, wurde er vor 81 Jahren hingerichtet.
Enkelin bedankte sich für „besondere Würdigung“
Bernardis’ Enkelin, Ingeborg Heidlberger, bedankte sich im Namen der Familie für die „ganz besondere Würdigung meines Großvaters, 81 Jahre nach dessen Hinrichtung, die brutalst war“. Lange habe es gedauert, bis ihr Großvater posthum rehabilitiert und geehrt wurde, erinnerte Heidlberger. Beinahe habe es den Anschein gemacht, als wäre er ein „vergessener Held“. Erst im Jahr 2018 habe sie anlässlich einer Dokumentation des ORF vom Bundespräsidenten ein offizielles Dekret seiner Rehabilitierung überreicht bekommen.
Die Erinnerung an den militärischen Widerstand am 8. August sei wichtig, so Heidlberger. Es dürfe aber nicht nur ein Ereignis bleiben, sondern müsse weitergehen. Es müsse an die Jugend vermittelt und an die nächsten Generationen weitergegeben.
In Planung von Hitler-Attentat eingebunden
Bernardis gilt als der höchstrangige österreichische Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und ist neben Carl Szokoll der bekannteste. Er war einer der wenigen österreichischen Offiziere, die eine Schlüsselrolle bei dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 und dem damit verbundenen Umsturzversuch innehatten.
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Bernardis war einer der engsten Mitstreiter von Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der im Generalstab sein direkter Vorgesetzter war. Seit Herbst 1943 war der Pionieroffizier und Sprengstoffspezialist in die Planung des Attentats auf Hitler eingebunden. Am 20. Juli 1944, dem Tag des Attentats auf Hitler, war Bernardis in Berlin.
Er nützte seine Kontakte nach Österreich, alarmierte telefonisch Heereseinheiten. In dem erfolglosen Umsturzversuch wurden ihm diese Telefonate zum Verhängnis. Hitler überlebte das Attentat. Bernardis war einer der ersten, die den Verhaftungen zum Opfer fielen und wurde schließlich mit 36 Jahren hingerichtet.
Roßauer Kaserne Bernardis-Schmid
Schon seit den 1980er Jahren gab es eine Gedenktafel in der Militärpfarre. 2004 wurde auf dem Gelände der Heeresunteroffiziersakademie der Towarek-Kaserne in Enns ein Denkmal zu Ehren Bernardis enthüllt. Anfang 2020 verfügte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), dass die Roßauer Kaserne die Namen der Widerstandskämpfer Bernardis-Schmid (Anm.: Obst iG Robert Bernardis und Feldwebel Anton Schmid) als Traditionsnamen erhält.