Der geschichtsträchtige Hafnerkaser wurde im Jahr 2017 mit Fokus auf traditionelle Details neu aufgebaut. Die Alm liegt direkt unterhalb des Jenners und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schneibsteinhaus. Eine Besonderheit prägt diesen Ort: Der Hafnerkaser ist auf offiziellen Wegweisern kaum namentlich zu finden und wird auch in den gängigen Touristenführern selten aufgeführt. Aus diesem Grund ist die Hütte vor allem bei der einheimischen Bevölkerung ein beliebtes Ausflugsziel.
Während die Eigentümer Christina und Stefan Aschauer den Sommer im Tal verbringen, wird der Haferkaser von Sennerin Carolin Mittermeier allein bewirtschaftet. Sie verbringt in dieser Saison ihren zweiten Sommer auf der Alm. Der Alltag auf 1.590 Metern erfordert vollen Einsatz: Vom morgendlichen Melken über die eigene Käseherstellung bis hin zum Anrichten der Jausenplatten für die Wanderer liegt die gesamte Arbeit in ihren Händen.
Der Berchtesgadener Schüsselkäse
Neben dem traditionellen Almkäse stellt Sennerin Carolin auch den regionalen Berchtesgadener Schüsselkäse her: „Früher war das der gängige Käse für die Sennerinnen auf der Alm, weil es eigentlich ein Abfallprodukt aus der Butterherstellung ist. Wenn man Butter macht, trennt man ja den Rahm von der Magermilch. Der wertvolle Rahm wird für die Butter, das sogenannte flüssige Gold, verwendet. Aus der übriggebliebenen Magermilch wurde dann eben der Schüsselkäse gemacht. Er ist proteinreich, nahezu fettfrei und man kann ohne schlechtes Gewissen ein ganzes Brot davon essen“, erzählt Carolin Mittermeier.
Wie kommt man hinauf?
- Die familienfreundliche Variante: Am einfachsten ist die Anreise mit der Jennerbahn. Nach der Auffahrt zur Bergstation führt ein gemütlicher Weg bergab in Richtung des Carl-von-Stahl-Hauses beziehungsweise des Schneibsteinhauses. Die Route verläuft direkt in das Almbecken des Königsberges, in dem auch der Hafnerkaser liegt. Die Gehzeit für diese Strecke beträgt im Normalfall 30 bis 45 Minuten.
- Die sportliche Variante: Für geübte Wanderer bietet sich der Aufstieg ab dem Parkplatz Hinterbrand an. Diese mittelschwere Route verknüpft mehrere Almen der Region miteinander und gibt immer wieder Tiefblicke auf den Königssee frei. Für den Aufstieg über diesen Pfad sollte eine Gehzeit von rund zwei bis drei Stunden eingeplant werden.