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Nicht die Wichtigkeit seiner selbst habe ihn zur Niederschrift des Buches veranlasst, betont Stefan Zweig im Vorwort, sondern vielmehr seine Zeitzeugenschaft der beiden Weltkriege und der damit einhergehenden Verfall der moralischen und kulturellen Werte.
Stefan Zweig wurde 1881 in Wien geboren und wuchs dort zu Zeiten der Habsburgermonarchie auf. Nach dem ersten Weltkrieg ließ er sich in Salzburg nieder. 1933 kam in Deutschland Hitler an die Macht, und auch in Salzburg etablierte sich – Schritt für Schritt – das nationalsozialistische Gedankengut. Zweig erkannte die Zeichen der Zeit, flüchtete 1934 zunächst nach London, dann nach Brasilien.
Gestalterin Karin Buttenhauser beginnt ihre dreiteilige Sommerserie 1919, also mit jenem Jahr, in dem sich Stefan Zweig in Salzburg niederließ. Der Autor berichtet zunächst von seinem Umzug nach Salzburg ins damals baufällige Paschingerschlössl auf dem Kapuzinerberg. Er bezog es mit seiner ersten Frau Friderike Zweig und deren beiden Töchter aus erster Ehe. Der Erste Weltkrieg wirkte noch nach und Salzburg war geprägt von Hunger, Inflation und Schwarzhandel.
Die Erinnerungen eines Europäers
In den weiteren Folgen berichtet Stefan Zweig von den Lebensumständen nach seiner Flucht aus Salzburg im Jahr 1934. In der Rückschau analysiert er Ereignisse, die zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geführt haben, dessen Ende er nicht mehr erlebte. Stefan Zweig verfasst „Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers“ in den Jahren 1939 bis 1941 in seinem brasilianischen Exil Petrópolis. Er schloss das Manuskript kurz vor seinem Freitod im Februar 1942 ab, das Werk erschien im selben Jahr postum.
Zu hören ist eine Aufnahme, die 1992 im ORF Landesstudio Salzburg entstanden ist. Die Stimme des Autors ist Burgschauspieler Michael Heltau, eine Idealbesetzung.
Die Aufnahmen dieser Sendereihe finden sich auch auf der ORF-CD „Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers. Ein Querschnitt“.