Moar Alm im Habachtal
Julia Hochwimmer
Julia Hochwimmer
Über d’ Alma

Besuch im Habachtal auf der Moa Alm

Auf 1.410 Metern Seehöhe, ganz hinten im Habachtal bei Bramberg (Pinzgau), verbringt die Familie Hochwimmer den Sommer mit ihren Kühen, Kälbern, Schweinen, Hühnern, Gänsen, Enten, Schafen – und der Hofkatze. In dieser Woche ist ORF-Reporterin Antonia Hammerschmid zu Gast auf der Moa Alm.

Sie erzählt vom Leben und Arbeiten auf 127 Hektar Almfläche, von einer 250 Jahre alten Hütte und davon, wie moderne Landwirtschaft das harte Leben auf der Alm verändert hat.

Sieben Kilometer taleinwärts

Wer vom Eingang des Habachtals taleinwärts wandert, lässt den Alltag ziemlich schnell hinter sich. Wasser, Wald und steile Bergflanken begleiten den Weg hinein in eines der eindrucksvollsten Tauerntäler des Oberpinzgaus. Nach rund sieben Kilometern erreicht man auf 1.410 Metern die Moa Alm der Familie Hochwimmer.

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Moar Alm im Habachtal
Antonia Hammerschmid
Moar Alm im Habachtal
Julia Hochwimmer
Moar Alm im Habachtal
Antonia Hammerschmid
Moar Alm im Habachtal
Antonia Hammerschmid
Moar Alm im Habachtal
Antonia Hammerschmid
Moar Alm im Habachtal
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Moar Alm im Habachtal
Julia Hochwimmer
Moar Alm im Habachtal
Antonia Hammerschmid
Moar Alm im Habachtal
Julia Hochwimmer

Übersiedlung über den Sommer

Bernhard und Eva Hochwimmer bewirtschaften gemeinsam mit ihren Kindern Julia, Victoria, Linda und Gregor den Moabauern in Bramberg. Rund 30 Hektar gehören zum Heimatbetrieb. Im Sommer aber verlagert sich ein wesentlicher Teil des Familienlebens sieben Kilometer weit hinauf ins Habachtal – auf die 127 Hektar große Moa Alm.

Ende Mai wird übersiedelt. Und zwar nicht nur mit den Kühen. Mit hinauf kommen Kälber, Hühner, Schweine, Gänse, Enten und Schafe – sogar die Hofkatze verbringt den Sommer auf der Alm. Die Familie bleibt über die gesamte Almsaison hier. Jeden Tag sind die Hochwimmers unterwegs, schauen nach den Tieren und bewirtschaften die Flächen.

Eine Almhütte aus dem Jahr 1771

Besonders ist die Geschichte dieses Platzes. Die alte Moa Alm wurde 1771 errichtet und gilt als älteste Alm im Habachtal. Von außen ist das jahrhundertealte Gebäude bis heute ein Schmuckstück. Romantisch war das Leben darin allerdings nur für jene, die nicht jeden Tag hier arbeiten mussten.

„Wir kennen es auch von früher, wo alles schwieriger war“, erzählt Bernhard Hochwimmer. „Die Alm ist 250 Jahre alt, schön von außen anzuschauen – aber zum Wohnen und Arbeiten war es sehr schwer für uns.“

Neues Leben in neuer Hütte

2015 änderte sich vieles. Rund 50 Meter oberhalb der historischen Hütte entstand die neue Moa Alm. Auf Wunsch der Nationalparkverwaltung wurde sie bewusst niedrig und gedrungen in die Landschaft gesetzt. Hütte und Stall orientieren sich in Richtung Habach und fügen sich unauffällig in den Talschluss ein. Direkt an das Wohn- und Wirtschaftsgebäude schließt der moderne Laufstall an. Platz ist für 42 Kühe und zehn Kälber, dazu kommen ein Hühnerstall und ein Bereich für die Schweine.

Vor allem beim Melken ist der Unterschied zu früher enorm. Heute gibt es einen Melkstand, und die Kühe werden bereits am Vorabend in den Stall geholt. Bernhard Hochwimmer erinnert sich noch gut an andere Zeiten: „Früher sind wir teilweise um 4.15 Uhr aufgestanden und haben die Kühe in der Dunkelheit gesucht. Heute stehen wir um 5.15 Uhr auf. Die Kühe werden am Abend vorher in den Stall geholt. Das ist schon viel einfacher geworden.“

Eine Stunde länger zu schlafen – auf einer Alm kann das ein kleiner Luxus sein.

Wenn selbst Wasserfälle fast versiegen

In diesem Sommer hat sich auch im hochalpinen Habachtal die Trockenheit bemerkbar gemacht. Besonders deutlich war das direkt gegenüber der Moa Alm zu sehen: Zwei Wasserfälle führten zeitweise fast kein Wasser mehr.

Normalerweise, erzählt die Familie, sehe es dort erst Ende Oktober so trocken aus. Für die Tiere bestand dennoch kein Wassermangel. Der Habach führte ausreichend Wasser und sicherte die Versorgung. Trotz der vielen Arbeit und trotz der Veränderungen des Klimas überwiegt für die Hochwimmers die Freude darüber, diesen Almsommer als Familie leben zu können: "Wir genießen, dass wir selbst auf die Alm gehen können und dass das auch halbwegs leicht geht“, sagt der Almbauer.

Die alte Hütte von 1771 steht noch immer da und erzählt vom früheren, entbehrungsreichen Almleben. Nur wenige Meter oberhalb zeigt die neue Moa Alm, dass Tradition und moderne Landwirtschaft kein Widerspruch sein müssen.

Mehr über die Familie Hochwimmer, ihren Alltag zwischen Melkstand, Almweiden und Tieren und über das Leben im Habachtal gibt es in unserer Almsendung in Radio Salzburg.

Eine Voranmeldung, am besten bereits am Vorabend, ist unbedingt erforderlich: +43 6566 7451 oder +43 664 3420609

Zur Moa Alm

Vom Parkplatz am Eingang des Habachtals führt ein rund sieben Kilometer langer, einfacher Themenweg taleinwärts. Für die familienfreundliche Wanderung sollte man etwa zweieinhalb Stunden einplanen. Das Habachtal ist auch als „Tal der Smaragde“ bekannt – und entsprechend beliebt bei großen und kleinen Schatzsuchern.

Wer nicht die gesamte Strecke zu Fuß gehen möchte, kann den Smaragd-Express benutzen. Das Tälertaxi fährt vom Parkplatz Habachtal Richtung Enzianhütte und Alpengasthof Alpenrose.