Für die neue Video-Onlineplattform des Landes Salzburg wurde das Budget des Medienzentrums heuer um 100.000 Euro aufgestockt. Gemessen an der Reichweite sei dies unverhältnismäßig, sagte Simon Heilig-Hofbauer, Landtagsabgeordneter der Grünen: „Wir haben in einer Anfrage wissen wollen: Wie oft werden die Videos, die da teuer produziert werden, überhaupt abgerufen? Und die Antwort war, dass das nicht beauskunftet werden kann – angeblich aus Datenschutzgründen. Tatsächlich werden die einfach kaum angesehen – das sieht man auf dem YouTube-Kanal des Landes, wo viele Videos gerade ein paar Dutzend oder hundert Mal angesehen werden.“
Der Landtagsklubobmann der Salzburger ÖVP, Wolfgang Mayer, sieht das anders: „Der Herr Heilig-Hofbauer ist alles, aber kein Medienexperte. In den 14 Tagen der Ski-WM haben wir beispielsweise nur auf dem Medium Facebook drei Millionen Zugriffe gehabt.“
Ski-WM: „Hunderte Überstunden für Eigenwerbung“
Aber auch auf die Ski-WM bezieht sich die Kritik der Grünen: „Da war das Landesmedienzentrum durchgängig mit vier bis fünf Personen vor Ort. Es wurden dutzende und hunderte Überstunden dort geleistet, um unter anderem diese Videos zu produzieren. Das kritisieren wir einfach, dass man für die Eigenwerbung so viel Geld in die Hand nimmt.“
ÖVP-Klubobmann Mayer konterte: „Das Landesmedienzentrum hat ja nicht nur über diese Ski-WM berichtet. Sie waren auch für die Krisenkommunikation zuständig. Und diese Mitarbeiter darauf zu reduzieren, sie hätten nur ein paar Filmchen gemacht, ist wirklich unerhört.“ Schon in der Vergangenheit musste sich das Landesmedienzentrum Kritik gefallen lassen – unter anderem vom Landesrechnungshof. Der empfahl, dass sich das Medienzentrum um seine Kernaufgabe als Pressestelle des Landes konzentrieren solle. Mehr dazu in Rechnungshof übt weiter harte Kritik an Landesmedienzentrum (salzburg.ORF.at; 26.7.2023).