Der Neubau der 21,5 Kilometer langen Strecke zwischen Köstendorf und Salzburg – davon 16,2 Kilometer in zwei Tunnelröhren – soll die Fahrzeiten deutlich verkürzen. Herzstück ist ein 16,2 Kilometer langer Tunnel mit zwei eingleisigen Röhren, der die Gemeinden Köstendorf, Seekirchen, Hallwang und Elixhausen unterfährt.
Weil Fernverkehrszüge ungehindert und schneller den Tunnel durchfahren können, ist auf der Bestandsstrecke ein dichteres Angebot an Nahverkehrszügen möglich. Der Bau soll zudem die Fahrzeit zwischen Salzburg und Wien um rund fünf Minuten verkürzen.
Das ÖBB-Vorhaben trifft allerdings seit Jahren auf erbitterten Anrainerwiderstand aus Schleedorf und Köstendorf. Das Projekt wird von einer Bürgerinitiative hart bekämpft. Die Gegner des Tunnels befürchteten in der Vergangenheit neben den Belastungen durch die Baustelle auch eine Gefährdung der Trinkwasserversorgung.
Verkehrsministerium gibt grünes Licht
Nach Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung im Dezember 2023 und der UVP-Verhandlung im Jänner 2025 hat das Verkehrsministerium in Wien jetzt grünes Licht für das Projekt gegeben. Die ÖBB rechnen mit einem Baubeginn bis zum Ende des Jahrzehnts. Man werde jetzt die detaillierte Ausschreibungs- und Ausführungsplanung starten.
Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wurden mögliche Auswirkungen des Projekts vor seiner Umsetzung durch die zuständige Behörde bzw. unabhängige Sachverständige geprüft, die von der Behörde bestellt werden. Beurteilt wurde, wie sich das Vorhaben auf Boden, Landschaft und Klima auswirkt.
Einspruch der Projektgegner wahrscheinlich
Ein Einspruch der Projektgegner gegen den Umweltverträglichkeitsbescheid gilt als wahrscheinlich. Wie die ÖBB am Dienstag mitteilten, geht derzeit die Grundeinlöse für die für den Bau und Betrieb der Strecke notwendigen Flächen weiter. Die Neubaustrecke soll aufgrund von Einsparungen im ÖBB-Rahmenplan erst im Jahr 2044 fertiggestellt werden.