Dass eine zehnköpfige Gruppe rund um die Geschäftsführerin des Tageselternzentrums bessere Gehälter beziehe, sei in der Sozialwirtschaft unüblich. „Ich kenne keinen Sozialverein, der nur für eine kleine Gruppe den Kollektivvertrag der Metallindustrie anwendet“, sagte der Geschäftsführer der GPA Salzburg, Michael Huber.
Ringen um Lösung für TEZ
GPA-Kritik an Lohngestaltung
Während den Tageseltern nun ein Einkommensverzicht von 20 Prozent abverlangt werde, müssten die Spitzenverdiener nur auf fünf Prozent verzichten. Besonders ärgerte sich Huber darüber, wie die Gehaltserhöhungen der Führung des Tageselternzentrums zustande gekommen sein sollen: „Sie haben als Vorstandsmitglieder selbst die Gehälter festgelegt“, so Huber. Es brauche jetzt eine umfassende Aufklärung: „Wenn öffentliche Gelder verwendet werden, muss ordentliche Transparenz herrschen.“
Vereinsvorstand weist Vorwürfe zurück
Die Verantwortlichen weisen die Darstellung der GPA zurück: Die Vorstandsmitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich und würden keine Gehälter selbst festlegen – auch nicht die eigenen. Die kritisierten Metaller-Kollektivverträge in der Verwaltung seien vor rund vierzig Jahren mit der Arbeiterkammer, dem AMS und dem Land Salzburg festgelegt worden.
Bei der diskutierten Sparmaßnahme gehe es nicht um Gehaltseinbußen, sondern um die Kürzung einer freiwillig gewährten Zulage für Tageseltern. Diese müsse man jetzt Streichen, da die Förderungen für Tageseltern in den vergangenen 15 Jahren nicht kostendeckend angepasst worden seien.
Landespolitik sagt mehr Unterstützung zu
Auf politischer Seite war man Freitagnachmittag bei einem Treffen von Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) mit Vertretern des Tageselternzentrums und des Hilfswerks um Schadensbegrenzung bemüht. Nun sollen die Fördermittel, auf die das Zentrum angewiesen ist, um gut ein Drittel erhöhen, sagt Svazek.
Das sei zwar eine Entlastung für den Verein, weitermachen wie bisher, könne man trotzdem nicht. Die 83 von der Kündigung bedrohten Tageseltern müssten auf eine Zulage verzichten, die 20 Prozent ihres Gehaltes ausmacht. Tun sie das nicht, verlieren sie ihren Job, so TEZ-Geschäftsführerin Corinna Schober.