Von dem fünfgeschoßigen Haus in der Kaigasse 28 steht seit einigen Wochen nur noch die Fassade, Stahlträger stützen die übriggebliebene Frontmauer. Das Gebäude selbst ist hingegen abgerissen worden. Das zeigt der Blick von der Rückseite, vom Nonnberg aus. Jetzt zog das Baurechtsamt jedoch die Reißleine und verfügte eine Baueinstellung. Denn das nach einem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg wiedererrichtete Haus sei nach dem Altstadterhaltungsgesetz geschützt. Ursprünglich standen hier zwei jahrhundertealte Gebäude, eines davon das historische Silberdiener- oder Völkerhaus – belegt sind diese seit 1488 bzw. 1605.
Dass der Großteil der Substanz abgerissen wurde, decke sich nicht ansatzweise mit der erteilten Baubewilligung, sagte Gerhard Hemetsberger, Jurist bei der städtischen Baubehörde. Wände und Zwischendecken hätten stehen bleiben müssen, es hätte also ein Umbau werden sollen.
Projektgesellschaften aus Mateschitz-Umfeld
Doch de facto wird es jetzt ein Neubau. Inwiefern der bewilligungsfähig ist, werde sich erst zeigen. Der Bauherr sei jedenfalls gefordert, geänderte Pläne vorzulegen, so Hemetsberger. Gegen diesen Bauherrn läuft außerdem ein Verwaltungsstrafverfahren.
Abriss statt Umbau: Amtlicher Baustopp in Altstadt
Eine Baustelle in der Salzburger Altstadt sorgt derzeit für Diskussionen: Der Magistrat hat die Bauarbeiten nämlich amtlich stoppen lassen. Denn die Gebäude in der Weltkulturerbe-Schutzzone seien nicht umgebaut, sondern zum Großteil abgerissen worden. Eigentümer ist eine Immobilienfirma aus dem Umkreis der Familie Mateschitz.
Hinter der Projektentwicklungsgesellschaft stehen Unternehmen aus dem Umfeld der Familie Mateschitz. Die Gebäude waren bisher für gewerbliche Nutzung vermietet, jetzt sollen dort zehn Wohnungen entstehen. Die Projektbetreiber wollten auf ORF-Anfrage keine Stellungnahme abgeben.