Freitag haben Mitarbeiter des Tageselternzentrums in der Salzburger Altstadt eine Protestkundgebung abgehalten. Sie wenden sich gegen drohende Kürzungen bei den Einkommen. Rund hundert Menschen nahmen an der Demo teil.
ORF/Karl Kern
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Soziales

Tageseltern demonstrieren gegen Gehaltskürzung

Freitag haben Mitarbeiter des Tageselternzentrums in der Salzburger Altstadt eine Protestkundgebung abgehalten. Sie wenden sich gegen drohende Kürzungen bei den Einkommen. Rund hundert Menschen nahmen teil.

Tageseltern, Eltern von Kleinkindern und Gewerkschaftsfunktionäre kamen zu der Demo.

Um bis zu 20 Prozent weniger Gehalt sollen Tageseltern künftig bezahlt bekommen. 83 Kündigungen könnten beim Tageselternzentrum nun drohen, wenn die Arbeitnehmer nicht zustimmen sollten.

Daniela Kandler ist Betriebsratsvorsitzende im Salzburger Tageselternzentrum (TEZ): „Wir stehen hier, weil wir nicht länger schweigen wollen. Tageseltern sind tragende Säulen der Kinderbetreuung.“

Kritik an massiven Kürzungen

83 Kündigungen von Mitarbeiterinnen könnten beim Tageselternzentrum drohen. Einsparungen sollen das TEZ wieder auf Kurs bringen – auf Kosten der Tageseltern, kritisiert die Gollinger Tagesmutter Elke Wenger: „Ich habe 20 Prozent weniger, das spüre ich ordentlich. Das sind ein paar hundert Euro. Ich bin schon 27 Jahre dabei als Tagesmutter und habe nicht mehr so lange zur Pension.“

Freitag haben Mitarbeiter des Tageselternzentrums in der Salzburger Altstadt eine Protestkundgebung abgehalten. Sie wenden sich gegen drohende Kürzungen bei den Einkommen. Rund hundert Menschen nahmen an der Demo teil.
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Kundgebung auf dem Platzl beim Eingang zur rechten Altstadt

SPÖ-Oppositionschef kritisiert Landesregierung

Das Tageselternzentrum werde durch falsche Politik und Förderungen an die Wand gefahren sagt Peter Eder, Präsident der Arbeiterkammer und Chef der Gewerkschaft in Salzburg.

Er ist zugleich auch designierter Vorsitzender der oppositionellen SPÖ im Landtag: „Ich würde es nicht Versagen der Landesregierung nennen. Ich glaube, dass man es aus Ignoranz tut.“

„Massive Probleme für berufstätige Mütter“

Bei der Kundgebung am Freitag waren auch einige junge Mütter, die um Betreuungsplätze ihrer Kind fürchten und die eigene berufliche Zukunft in Gefahr sehen. Jaqueline Wertschnig betont, sie könne kaum bei zugesagten Bewerbungsgesprächen für Jobs erscheinen oder Kurse machen, weil sie keine Betreuung für ihre Tochter bekomme.

Hoffnung auf neue Gespräche nächste Woche

Bis zu 600 Euro weniger pro Monat drohen den Tagesmüttern und Tagesvätern, wenn man sich nicht einigt. Gewerkschafterin Kandler vom TEZ-Betriebsrat schildert, die Androhungen der Kündigungen sollten enden: „Es muss auch der Druck auf die Kolleginnen enden. Damit wir wieder ordentlich verhandeln können.“

Derzeit verkehren die Belegschaft und die Geschäftsführung des Tageselternzentrums nur schriftlich. Nächste Woche soll dann vielleicht wieder miteinander geredet werden.