Palfinger will seine globale Präsenz stärken. Investitionen in den Wachstumsmarkt Indien seien der „logische nächste Schritt“, sagte COO Alexander Susanek bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwochvormittag. Indien sei einer der am dynamischsten wachsenden Regionen der Welt und investiere derzeit massiv in die Infrastruktur. „Und für all das besteht viel Bedarf an unseren Produkten“, so Susanek.
2027 soll ein eigenes Montagewerk für Hakengeräte, Ladekräne und Hubarbeitsbühnen in Indien aufgenommen werden und bis zu 150 neue Mitarbeiter beschäftigen. Ein entsprechendes Grundstück sei bereits gekauft worden, die Planungen und Genehmigungsprozesse liefen auf Hochtouren.
Büros nach Kriegsausbruch evakuiert
Aufgrund der geopolitischen Entwicklung im nahen und mittleren Osten wurde unter anderem die Firmenniederlassung in Dubai sofort nach Ausbruch der Kämpfe im Iran geschlossen. Die dortigen Mitarbeiter – ausschließlich lokale Kräfte – bleiben bis auf Weiteres zu Hause. „Wir haben unsere Büros quasi evakuiert, die Kollegen sind zuhause“, sagte Vorstandschef Andreas Klauser.
Die Sperre der Meerenge von Hormus beeinträchtigt die Lieferketten von Palfinger nicht, sagt Vorstandschef Andreas Klauser. „Die Straße von Hormus ist ein wichtiger Punkt für die Versorgung mit Erdöl, das betrifft uns derzeit nicht“, so Klauser.
Umsatz und Gewinn trotz Wirtschaftslage stabil
In den USA, wo Palfinger mit drei Werken vertreten ist, sei das Unternehmen „mit und ohne Zölle“ gut aufgestellt. Jedoch belasteten die US-Zölle insbesondere die Nachfrage und verursachten zusätzliche Kosten, die an die Kunden weitergegeben werden mussten. Der Kranhersteller konnte 2025 trotz des US-Zollstreits und der geopolitischen Spannungen Umsatz und Gewinn stabil halten. Die Erlöse betrugen 2,34 Mrd. Euro, der Konzerngewinn belief sich auf 97 Mio., teilte das Unternehmen mit.
Für den Palfinger-Vorstand ist das laufende Geschäftsjahr „knapp bis über das erste Halbjahr 2026 hinaus“ abschätzbar, die Visibilität bleibt „jedoch aufgrund der allgemeinen weltwirtschaftlichen Lage für das Gesamtjahr eingeschränkt“. Entscheidend für das zweite Halbjahr sei „die weitere Erholung der europäischen sowie die Entwicklung der US-amerikanischen Konjunktur“, erklärten die Palfinger-Manager im Geschäftsbericht 2025.
Der Kranhersteller will bis zum Jahr 2030 mehr als drei Mrd. Euro Umsatz erzielen und eine EBIT-Marge von zwölf Prozent erreichen. Im Vorjahr betrug die Marge 7,5 Prozent.
Rückkehr in Leitindex an Wiener Börse
Außerdem wurde am Dienstag bekannt, dass Palfinger an Stelle des Immobilienunternehmens CPI Europe (früher Immofinanz) in den Leitindex der Wiener Börse aufsteigen wird. Palfinger kehrt damit erstmals seit 2010 wieder in den österreichischen Leitindex zurück, wie die Wiener Börse am Dienstagabend bekanntgab. Die Änderung gilt ab 23. März.
„Der Eintritt in den ATX reflektiert die erfolgreiche Entwicklung der Palfinger-Aktie in den vergangenen Jahren“, so die Unternehmensführung in einer Aussendung. „Im Jahr 2025 stieg der Aktienkurs der Palfinger AG um rund 70 Prozent, während sich das Handelsvolumen an der Wiener Börse vervielfachte.“