„Genug ist genug“ – mit diesem Motto ist seit Dienstag der ehemalige Red Bull-Manager Volker Viechtbauer mit einer stählernen Abriss-Kugel auf einem Plakat auf dem Bauzaun des betreffenden Gebäudes zu sehen. Mit einem QR-Code, der weiterführende Informationen verlinkt.
„Holzdecken aus der Nachkriegszeit waren kaputt“
Viechtbauer verwies gegenüber dem ORF am Dienstagabend auf einen technischen Planungsfehler, der aus seiner Sicht bestehe. Das aktuelle Behörden- oder Strafverfahren betreffe nur zwei tragende Wände, die nicht mehr stehen – und die entfernten Holztramdecken: „Diese stammten aus der Nachkriegszeit und waren kaputt, nicht mehr gebrauchstauglich. Wenn wir das im Vorhinein gewusst hätten, hätten wir natürlich ihre Entfernung extra beantragt.“
Das äußerst schutzwürdige Haus aus dem Mittelalter seit 1944 vollständig durch eine Fliegerbombe zerstört und ab 1946 mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln aufgebaut worden, so der Salzburger.
„Architekten vertrauten auf Betondecken“
Das gesamte Genehmigungs- und Bauverfahren ziehe sich nun schon seit Jahren, ergänzt Viechtbauer: „In allen Eingaben und Bescheiden gingen die Fachleute davon aus, dass es sich in dem Haus ausschließlich um Betondecken handelt. Wenn das so gewesen wäre, hätten es keines zusätzlichen Abbruches bedurft.“
Daneben seien der Keller und das Erdgeschoß samt seiner Decke nicht angetastet worden, betont der Bauherr: „Das betrifft ebenso alle Außenwände und Fassaden. Die wurden mittels T-Stahlträgern stabilisiert und ausgesteift. Und die hintere Fassade beim Festungsberg wurde mit behördlicher Bewilligung abgebrochen.“
Plakat fällt vielen Passanten auf
Und warum nun diese Aktion mit dem Kunstplakat und der Abrisskugel? Er wolle informieren, Fakten liefern über den QR-Code, erzählt Viechtbauer.
Ihn hätten schon viele Menschen darauf angesprochen: „Eine Bekannte hat mir sogar angeboten, das Plakat abzunehmen. Man könne glauben, es stamme von SPÖ oder KPÖ. Ich möchte damit einfach eine breitere Zielgruppe erreichen, um aufzuklären.“
Bauherr entschuldigte sich
Viechtbauer gesteht eigene Fehler ein: "Ich habe mich bei der Baubehörde gemeinsam mit der Baufirma entschuldigt, dass die kaputten Holzdecken entfernt wurden. Hier wäre der richtige Weg gewesen, die Behörde zu verständigen, um den Abbruch genehmigen zu lassen. Das ist nicht erfolgt.“
Der Salzburger betont, dass er die Betonwände und sonstigen Strukturen wieder so errichten lassen werde, wie es im Bescheid vorgesehen sei. Vorerst ist das Bauvorhaben aber eingestellt.
SPÖ und Grüne wollen härtere Strafen
Aktuelle Gesetzeslage: Wer Bauauflage und den Altstadtschutz ignoriert, dem drohen Strafen von bis zu 25.000 Euro. Sozialdemokraten und Grüne wollen in der nächsten Landtagssitzung Ende März darauf hinwirken, dass es höhere Strafen gibt.