Wie viele Flüchtlinge im Herbst in dem Quartier in Bergheim unterrichtet werden sollen, lässt sich zwar noch nicht sagen – die Fluktuation ist hoch. Zwei Klassenzimmer werden derzeit aber jedenfalls vorsorglich eingerichtet. Die Planung sei schwierig, man sei aber gewappnet, sagte Bildungsdirektor Rudolf Mair:
Zwei Klassen und eine Lehrperson fixiert
„Kinder brauchen nicht nur Lehrplaninhalte, sondern auch Tagesstrukturen. Die Kinder sind entwurzelt. Viele von ihnen haben eine Odyssee hinter sich. Wir sind alle zusammen gut beraten, diese Kinder so zu versorgen, wie wir andere auch versorgen.“ Eine Lehrperson habe man bisher fixiert.
Regelunterricht nach Zulassung zu Asylverfahren
Die meisten Kinder und Jugendlichen werden dort wohl nur einige Monate unterrichtet. Nur wenn sie zum Asylverfahren zugelassen werden, würde der Unterricht an anderer Stelle weitergehen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber gestiegen, denn seit Juni gelten neue Regeln in der EU.
Künftig würden daher nur noch Familien nach Bergheim kommen, die gute Chancen auf ein Asylverfahren hätten, sagte Asylbeauftragter Anton Holzer: „Das heißt, die Kinder, die dann im Bundesquartier in Bergheim sind, kommen in die Landesversorgung und somit auch in den regulären Schulbetrieb. Deshalb ist es sinnvoll, dass die Kinder so bald als möglich – schon im Bundesversorgungsquartier in Bergheim – mit dem Deutschlernen beginnen. Das ist auch die Intention der Landesregierung: Für eine bessere Integration sollen jene, die eine hohe Bleibewahrscheinlichkeit haben, so bald wie möglich Deutsch lernen.“
Erstmals Schulunterricht direkt im Asylquartier
Dass in Bergheim ab Herbst ein eigener Unterricht für geflüchtete Kinder und Jugendliche startet, steht nun fest. Derzeit werden dafür im örtlichen Asylquartier des Bundes zwei Klassenräume eingerichtet. Das Innenministerium erhofft sich davon eine raschere Integration und schnelleres Deutschlernen. Die Planung des Unterrichts gestaltet sich wegen der hohen Fluktuation jedoch schwierig.
Gemeinde gegen Unterricht an Ortsschule
Im Asylquartier in Bergheim sind die Bauarbeiten an eigenen Klassenzimmern nötig geworden, weil die Gemeinde Unterricht in den örtlichen Schulen vermeiden wollte. Das Kommen und Gehen würde den Regelschulbetrieb stark beeinträchtigen, so die Begründung.
Die Errichtungskosten sollen mehr als 40.000 Euro betragen. Kritisiert wird die schlechte Planbarkeit. Um die Kosten stemmen zu können, habe im laufenden Budget umgeschichtet werden müssen, kritisierte Bürgermeister Robert Bukovc (ÖVP). Erst heuer im März sei klar geworden, dass die Klassen gebraucht würden: „So muss ich dem Regelschulbetrieb dieses Geld entziehen und in ein Gebäude investieren, das weder der Gemeinde gehört noch von uns langfristig genutzt werden kann.“
Derzeit plant man in Bergheim mit insgesamt 16 Schülerinnen und Schülern. Aktuell befinden sich in der Grundversorgung im Bundesland Salzburg 350 Asylwerberinnen und Asylwerber. Das ist laut Asylbeauftragtem Holzer der niedrigste Stand seit 20 Jahren.