In der Nähe eines Umspannwerks im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen gab es am Donnerstagabend einen weiteren Sabotageversuch. Gefunden wurden Abschussvorrichtungen für pyrotechnische Gegenstände. Nach dem Täter wird aktuell gefahndet. Mehr dazu in D: Weiterer Sabotageverdacht bei Umspannwerk (orf.at, 04.09.2026). Der Vorfall reiht sich in eine Serie geplanter Angriffe auf kritische Infrastruktur ein. Die deutsche Polizei rechnet mit weiteren Sabotageversuchen gegen die Energieversorgung.
„100 Prozent Sicherheit gibt es nie“
Der Salzburger Energieversorger Salzburg AG hat die Kontrollen am heimischen Netz daher verstärkt, schilderte die Geschäftsführerin der Salzburg Netz GmbH, Christina Staude: „100 Prozent Sicherheit gibt es natürlich nie. Wir haben 19.000 Kilometer Leitungslänge im Strom. Wir haben 29 Umspannwerke – über 5.000 Trafostationen: Die kann man nicht zu 100 Prozent überwachen. Unser gesamtes Hochspannungsnetz ist N-1 sicher ausgebaut. Das ist wie im Straßenverkehr. Wenn es irgendwo eine Baustelle oder einen Unfall gibt, dann wird eine Umleitung gemacht, um doch die Straßenbenutzer zum Ziel zu führen.“ Auch in Cybersicherheit investierte der Energieversorger.
Interview mit Landesfeuerwehrkommandant Günter Trinker
Die Feuerwehren im Bundesland sind auf Stromausfälle jedenfalls vorbereitet, schilderte Landesfeuerwehrkommandant Günter Trinker: „Wir haben schon vor Jahren, in den Jahren 2017 bzw. 2018 fast alle Feuerwehrhäuser mit Stromgeneratoren ausgestattet um diese mit Notstrom zuversorgen, das heißt die Feuerwehr Häuser sind in den meisten Gemeinden „Inseln“, die funktionieren auch bei Stromausfall.“
Flughafen hat keine eigene Drohnenabwehr
Die Bundesbahnen versuchen das österreichische Bahnnetz gegen mögliche Angriffe zu schützen und auch sie setzen Sicherheitsmaßnahmen heißt es von den ÖBB. Seit März ist außerdem das Resilienz-kritischer-Einrichtungen-Gesetz in Kraft: Für Krankenhäuser, Kraftwerke oder Lebensmittelversorger folgen daraus konkrete Verpflichtungen. Neben regelmäßigen Risikoanalysen und damit zusammenhängenden Resilienzmaßnahmen besteht auch eine Meldepflicht bei Sicherheitsvorfällen.
Teil der kritischen Infrastruktur ist auch der Salzburger Flughafen. Bei einem möglichen Drohnenvorfall ist hier die Polizei gemeinsam mit der Luftraumüberwachung Austro Control für den Schutz zuständig. Bei Bedarf kann Unterstützung durch das Bundesheer angefordert werden. Eine fest stationierte Drohnenabwehr gibt es auf dem Flughafen Salzburger aber nicht.
Drohnensichtungen bei Schwarzenbergkaserne
Auch das Bundesheer beobachtet seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine eine Häufung verdächtiger Aktivitäten rund um militärische Einrichtungen. So werden etwa bei der Schwarzenbergkaserne immer wieder Drohnen gesichtet. Dort liegt das Kommando der Luftstreitkräfte. Grund für Sorgen gäbe es aus Sicht des Bundesheeres bislang aber nicht.
Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für kritische Infrastruktur
Nach den Drohnenvorfällen in Deutschland und den Angriffen auf kritische Infrastruktur – rücken mögliche Bedrohungen auch in Salzburg stärker in den Fokus. Beim Landesenergieversorger Salzburg AG wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.