Seit Mai werden in den vier Gemeinden die Moore umfassend kartiert. Diese Kartierung sei eine wichtige Grundlage für erfolgreiche Naturschutzarbeit, heißt es vom Land Salzburg. Ziel ist es, die ökologisch wertvollen Moorgebiete zu erfassen und sie damit langfristig schützen zu können. Es gehe vor allem um naturnahe, lebende Hochmoore, Übergangs- und Schwingrasenmoore, kalkreiche Niedermoore und Latschenhochmoore.
Nicht erfasst werden etwa Siedlungs- und Verkehrsflächen, intensiv genutzte landwirtschaftliche Grünland- und Ackerflächen oder Hausgärten.
Kartierung läuft noch bis Oktober
Die erste Kartierung von Mooren wurde zwischen 1992 und 2008 durchgeführt – im ganzen Bundesland. Bei der jetzigen Vegetationserhebung in den vier Gemeinden begehen laut Land Salzburg fachkundige Personen das Gelände, um die Kartierung der Moore vorzunehmen. Bis Oktober soll das Ganze abgeschlossen sein. Die Ergebnisse werden dann überprüft und anschließend über das Informationssystem zur Bereitstellung von Geodaten und Geodiensten des Landes – kurz SAGIS – den Grundeigentümern und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Naturschutzbund kritisiert „Schneckentempo“
Kritik an der Vorgangsweise des Landes Salzburg kommt vom Naturschutzbund. Denn wenn nur die Moore in vier von 119 Gemeinden im Bundesland erfasst werden, dann würde eine flächendeckende Untersuchung „im aktuellen Schneckentempo des Ressorts knapp 30 Jahre dauern“, so der Naturschutzbund: „Zum Vergleich: Bei der im Jahr 2013 bis 2016 laufenden großen Revision der Biotopkartierung wurden 52 Gemeinden kartiert, wobei hier alle wertvollen Lebensräume erfasst wurden.“ Neben Mooren seien das auch Wiesen, Gewässer, Hecken und vieles mehr.
Zudem sei die letzte umfassende Aktualisierung der Erfassung der Biotope im Bundesland vorzeitig abgebrochen worden, so der Naturschutzbund: „Ein erheblicher Teil der bereits erhobenen Daten wurde nicht veröffentlicht.“
Vorwurf: Moorschutz-Fördermittel zu wenig genutzt
Beim Schutz der Moore hinke Salzburg anderen Bundesländern hinterher, ergänzte Naturschutzbund-Geschäftsführerin Ingrid Eichberger: Vorarlberg, Tirol oder Oberösterreich würden das bundesweite Moorschutz-Förderprojekt AMooRe dazu nutzen, um „Kartierung, Planung, hydrologische Sanierung, Renaturierung und Zusammenarbeit mit Grundeigentümern innerhalb eines Gesamtprojekts zu verbinden“. In Salzburg sei dagegen offen, ob die Moorkartierung „ebenfalls zu konkreten Pflegeangeboten, Vertragsverhandlungen und finanziellen Vorteilen für Grundeigentümer und Bewirtschafter“ führe.