Die Vorbereitungen für den Verbindungstunnel vom Neutor ins Herz des Festspielbezirks laufen auf Hochtouren. Noch diese Woche sollen die Fräsarbeiten beginnen. Weit fortgeschritten ist auch das neue Festspielzentrum. Die Eröffnung ist für Mitte Dezember geplant.
Wesentlich für die Sanierung des Großen Festspielhauses ab Herbst 2028 ist aber das Ausweichquartier für zweieinhalb Jahre. Zwei Alternativen werden dafür geprüft: entweder die Salzburg Arena samt einer Halle auf dem Messegelände im Stadtteil Liefering oder eine neue Interimshalle. Dafür kommt eine Wiese in Salzburg-Nonntal infrage, die einst zum Kloster St. Josef gehörte. Zweite mögliche Variante ist die Wiese auf den Stiegl-Gründen in Salzburg-Maxglan.
Crepaz: „Konzeptionelle Entscheidung“
Der kaufmännische Direktor der Festspiele, Lukas Crepaz, erklärte: "Im Endeffekt ist es eine konzeptionelle Entscheidung. Wollen wir eine Halle, die danach rückgebaut und weiterverwendet werden kann? Etwa für die vielen Baustellen, die in ganz Europa anstehen und bei denen es auch Interimsspielstätten braucht. Oder konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Festspiele. Dann ist es die saisonale Nutzung der Salzburg Arena und der Messe.“
Adaptionen in Messezentrum nötig
In der Salzburg Arena könnten 2.000 Besucherinnen und Besucher Platz finden, fast so viele wie im Großen Haus mit 2.200 Plätzen. Allerdings müsste hier adaptiert werden, sagte Festspielkuratoriumsmitglied und Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ): „Die Messe würde für die Akustik einen Teil der Investitionen übernehmen. So sollte die Rechnung sich relativ eindeutig zugunsten der Messe ausgehen.“
Festspielhaus-Ersatz: Standort- und Hallenfrage
Mitte Oktober entscheidet das Festspielkuratorium über das Ersatzquartier für das Große Festspielhaus während des Umbaus.
Überdachung von Domplatz?
Auch geprüft wird weiterhin, den Domplatz für den „Jedermann“, das Stück mit den meisten Vorstellungen, zu überdachen. Man wäre dann wetterunabhängig und könnte das Große Festspielhaus nach dem Umbau parallel zum „Jedermann“ bespielen, so Auinger.
Crepaz ergänzte, dass diese temporäre und flexible Überdachung der „Jedermann“-Tribüne komplett privat finanziert werden solle. Die Ausschreibung dafür werde gerade vorbereitet. Die Werkstätten übersiedeln während des Umbaus in das ehemalige Puma-Hauptquartier nahe der Grenze zu Freilassing.
Crepaz lässt seine Zukunft offen
Offen hingegen ist die Zukunft des Kaufmännischen Direktors selbst. Im Bauprojekt stünden gerade wesentliche Entscheidungen im Bauprojekt an. Er konzentriere sich jetzt darauf. Die Entscheidung über eine mögliche Wiederbewerbung werde er zu gegebenem Zeitpunkt treffen.