Eine entsprechende Anfrage der Austria Presseagentur ließ der Wirtschaftswissenschafter und Kulturmanager bis Freitagabend unbeantwortet. Die Stelle wird ab 1. April 2027 für die Dauer von fünf Jahren besetzt. Die Bewerbungsfrist für den Posten endet am 24. November.
Festspielumbau als zentrale Aufgabe
Als zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre nennt die Ausschreibung des Kuratoriums neben der Geschäftsführung explizit die umfassende Sanierung, Erneuerung und Erweiterung der Festspielhäuser bei laufendem Betrieb unter dem Projektnamen „Festspielbezirk 2030“. Im Zuge der Arbeiten wird das Große Festspielhaus im Jahr 2028 nur eingeschränkt nutzbar sein und in den Jahren 2029 und 2030 nicht zur Verfügung stehen. Als Ersatzstätte wurde vor einer Woche die Salzburg Arena beim Messezentrum auserkoren.
Für die Bewerbung relevant sei außerdem ein sehr gutes Einvernehmen und eine produktive Zusammenarbeit im Direktorium selbst. Neben der Festspielpräsidentin und dem Intendanten hält der kaufmännische Direktor den dritten Sitz im Direktorium der Salzburger Festspiele.
Crepaz bereitete Umbau jahrelang vor
Der bisherige kaufmännische Direktor Crepaz gilt als Schlüsselfigur beim gut 400 Millionen Euro schweren Umbau der Festspielhäuser, den er acht Jahre lang vorbereitet hat. Nach einem Treffen zwischen ihm und Mitgliedern des Festspielkuratoriums Mitte September machten allerdings Gerüchte die Runde, dass eine neuerliche Bewerbung auf der Kippe stehe. Ob das mit persönlichen Gründen, Konflikten mit dem Direktorium oder dem verstärkten politischen Gegenwind bei der Finanzierung des Großprojekts zu tun hat, bleibt unklar.
Landeshauptfrau verkündete Kostendeckel
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP), die den Vorsitz des Festspielkuratosiums innehat, kündigte im Sommer überraschend einen Kostendeckel für das Gesamtprojekt an. Demnach muss Crepaz in der Planung der zweiten, noch nicht ausfinanzierten Bauphase mit rund 86 Millionen Euro weniger auskommen, als ursprünglich geplant.