Über Hormone weiß man in der Forschung noch viel zu wenig, sagt die Salzburger Neurowissenschaftlerin Belinda Pletzer. Dabei könnten Hormone eine wesentliche Rolle dabei spielen, warum manche Personen durch eine Schwangerschaft, die Menopause oder andere Veränderungen im Körper eine Depression bekommen, so Pletzer: „Wenn ich schon in der Pubertät erkennen kann, dass eine Person dafür Risiken hat, kann ich dem natürlich ganz anders begegnen und frühzeitig vorbeugen.“ Eine solche Methode zur Früherkennung zu schaffen, ist das Ziel der neu gegründeten Hormonal Intelligence Initiative, die aktuell sechs Mitarbeitende zählt.
Einfluss der Antibabypille auf Gehirn erforscht
Dass die Hormone einen Einfluss auf das Gehirn haben, hat Pletzer bereits gezeigt. Ihre Erforschung der Antibabypille hat international für Aufsehen gesorgt. „An der Detailauswertung sind wir gerade noch dran, aber man kann auf jeden Fall sagen, dass es vom Wirkstoff und der Lebensphase, in der sich die Person befindet, abhängig ist. Und dass die Reaktionen im Grund genommen sehr individuell und sehr verschieden sind.“
Die erste Studie der neuen Forschungseinrichtung wird sich konkret mit der Menopause beschäftigen. Risikofaktoren für eine Depression will man erkennen lernen, lange bevor eine Frau in die Wechseljahre kommt.