Video grab taken from the webcam of the mountain guesthouse Kehlsteinhaus, known as the Eagle’s Nest, formerly Adolf Hitler’s mountain retreat, on early October 24, 2026, after a large fire had broken out at the site located at an altitude of 1,834 metres (6,000 feet) in the mountains over Berchtesgaden, in the southern German state of Bavaria. Emergency services arrived on site on late October 23, 2026 and found a large fire. German police said on October 24, 2026 they have detained a suspect following a fire at Adolf Hitler’s mountain retreat, known as the Eagle’s Nest. (Photo by Berchtesgaden / AFP)
APA/AFP/Berchtesgaden
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Chronik

Kehlsteinhaus in Vollbrand: Löscharbeiten dauern an

Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden (Bayern) steht seit Freitagnacht in Vollbrand. Mehr als 200 Feuerwehrleute sind nach wie vor im Einsatz. Auch eine verdächtige Person ist bereits festgenommen worden, heißt es von der Polizei. Das Gebäude ist seit 1952 ein Berggasthof, erbaut wurde es 1938 als Repräsentationshaus für die Nationalsozialisten.

Schon seit den Nachtstunden laufen die Löscharbeiten auf Hochtouren und dauern am Samstagvormittag weiter an. Es gebe nach wie vor Brandherde, die bekämpft werden müssen, sagte der Pressesprecher der bayrischen Polizei Daniel Katz. „Es handelt sich momentan um eine dynamische Lage. Die Feuerwehrkräfte vor Ort tun ihr bestmögliches um eine weitere Ausbreitung und eine Verschlimmerung des Sachschadens zu verhindern. Es ist aber davon auszugehen, dass die Löscharbeiten noch den kompletten Tag andauern werden.“

Das Gebäude könnte bis auf die Grundmauern abbrennen, so die Einschätzung der Einsatzkräfte. Im Bereich des Kehlsteinhauses wurde am Samstag eine Flugverbotszone für Drohnen eingerichtet. Wanderer und Bergsteiger werden gebeten, die Region um das Kehlsteinhaus großräumig zu meiden. Die bayrische Polizei will um 14 Uhr in einer Pressekonferenz weitere Informationen bekannt geben.

Löscharbeiten bei Schnee und Minusgraden

Die Anfahrt zum Kehlsteinhaus gestaltete sich Freitagnacht wegen der Lage des Gebäudes auf rund 1.800 Metern Seehöhe sehr schwierig. Am Brandort lag Schnee und es herrschen Minusgrade. Zudem konnte das nähere Umfeld der Gaststätte sowie das Gebäude selbst nur mit schwerer Atemschutzausrüstung betreten werden.

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Video grab taken from the webcam of the mountain guesthouse Kehlsteinhaus, known as the Eagle’s Nest, formerly Adolf Hitler’s mountain retreat, on early October 24, 2026, after a large fire had broken out at the site located at an altitude of 1,834 metres (6,000 feet) in the mountains over Berchtesgaden, in the southern German state of Bavaria. Emergency services arrived on site on late October 23, 2026 and found a large fire. German police said on October 24, 2026 they have detained a suspect following a fire at Adolf Hitler’s mountain retreat, known as the Eagle’s Nest. (Photo by Berchtesgaden / AFP)
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Video grab taken from the webcam of the mountain guesthouse Kehlsteinhaus, known as the Eagle’s Nest, formerly Adolf Hitler’s mountain retreat, on early October 24, 2026, after a large fire had broken out at the site located at an altitude of 1,834 metres (6,000 feet) in the mountains over Berchtesgaden, in the southern German state of Bavaria. Emergency services arrived on site on late October 23, 2026 and found a large fire. German police said on October 24, 2026 they have detained a suspect following a fire at Adolf Hitler’s mountain retreat, known as the Eagle’s Nest. (Photo by Berchtesgaden / AFP)
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Brand Kehlsteinhaus Berchtesgaden
ORF/ Arnold Klement
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Brand Kehlsteinhaus Berchtesgaden
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Brand Kehlsteinhaus Berchtesgaden
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Brand Kehlsteinhaus Berchtesgaden
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Verletzt wurde bei dem Brand niemand, das Kehlsteinhaus war am Freitag nicht geöffnet. Nach bisherigen Erkenntnissen habe sich auch niemand im Kehlsteinhaus aufgehalten, als das Feuer ausbrach, heißt es. Der Sachschaden dürfte aber enorm sein.

Verdächtige Person festgenommen

Noch in der Nacht sei eine verdächtige Person vorläufig festgenommen worden, teilte die Polizei Oberbayern Samstagfrüh mit. Ein Motorradfahrer war den Einsatzkräften aufgefallen. „Wir ermitteln jetzt wegen des Verdachts eines Brandstiftungsdelikts“, sagte Daniel Katz von der bayrischen Polizei. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen übernommen. „Bezüglich des Motivs, der Hintergründe und der Umstände der Tat müssen wir jetzt die ersten Ermittlungsschritte am Gebäude und rund um den Tatverdächtigen abwarten.“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, der Mann, der aus der Region komme, sei verletzt worden und befinde sich zunächst im Krankenhaus. Nähere Informationen gab er nicht bekannt.

Kehlsteinhaus Brand Berchtesgaden Teehaus
Screenshot bergfex-webcam
Die Löscharbeiten dauerten Samstagvormittag weiter an

Erbaut in NS-Zeit

Das Gebäude am Obersalzberg bei Berchtesgaden ist seit 1952 eine Berggaststätte. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der Nationalsozialisten. Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: „Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering.“ Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen. „Viel häufiger nutzte es die am Obersalzberg versammelte NS-Entourage zur Erholung und für private Feiern.“ Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude unbeschadet. Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes.

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Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden (Bayern) steht seit Freitagnacht in Vollbrand. Mehr als 200 Feuerwehrleute sind nach wie vor im Einsatz. Auch eine verdächtige Person ist bereits festgenommen worden, heißt es von der Polizei. Das Gebäude ist seit 1952 ein Berggasthof, erbaut wurde es 1938 als Repräsentationshaus für die Nationalsozialisten.
Flugbild: Gerald Lehner
Archiv-Foto. Lage des Hauses auf dem Kehlstein, einem Ausläufer des Hohen Göll. Links und Bildmitte hinten: Ostgrat des Göll, über den auch die Grenze Deutschlands zu Österreich verläuft – zum Gemeindegebiet von Kuchl (Tennengau). Vor dem „Anschluss“ von 1938 sahen viele Nationalsozialisten in dem – zu dieser Zeit erst geplanten – Bau auch eine bewusste Provokation gegenüber den Regierungen in Salzburg und Wien
ABD0017_20261024 – BERCHTESGADEN – DEUTSCHLAND: ZU APA0011 VOM 24.10.2026 – Die Aufnahme vom 11. Mai 2025 zeigt das Ausflugsziel Kehlsteinhaus am Obersalzberg im Berchtesgadener Land. In dem ehemaligen Hitler-Berghof ist Freitag, 23. Oktober 2026, ein Gro§brand ausgebrochen. – FOTO: APA/BARBARA GINDL
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Archiv-Foto. Das Kehlsteinhaus wurde im „Dritten Reich“ als Geschenk der NSDAP zu Hitlers 50. Geburtstag (20. April 1939) gebaut und war für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Heute widmet sich dort eine Ausstellung der Geschichte des Gebäudes – auch in Bezug zu Hitlers Machzentrum auf dem Obersalzberg. Dieser liegt unterhalb des Kehlsteins
Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden (Bayern) steht seit Freitagnacht in Vollbrand. Mehr als 200 Feuerwehrleute sind nach wie vor im Einsatz. Auch eine verdächtige Person ist bereits festgenommen worden, heißt es von der Polizei. Das Gebäude ist seit 1952 ein Berggasthof, erbaut wurde es 1938 als Repräsentationshaus für die Nationalsozialisten.
Flugbild: Gerald Lehner
Archiv-Foto. Das Kehlsteinhaus (links) steht in 1.834 Metern Seehöhe auf dem exponierten Felsvorsprung, dahinter der Mannlgrat und die Nordwestflanke auf der bayerischen Seite des Hohen Göll – hoch über Berchtesgaden
Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden (Bayern) steht seit Freitagnacht in Vollbrand. Mehr als 200 Feuerwehrleute sind nach wie vor im Einsatz. Auch eine verdächtige Person ist bereits festgenommen worden, heißt es von der Polizei. Das Gebäude ist seit 1952 ein Berggasthof, erbaut wurde es 1938 als Repräsentationshaus für die Nationalsozialisten.
Flugbild: Gerald Lehner
Archiv-Foto. Für Hitlers Regime und seine Entourage war dieser Ort mehr als ein luxuriöses „Teehaus“. Die Lage sollte auch Macht, technische Überlegenheit und scheinbare Unbezwingbarkeit demonstrieren
Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden (Bayern) steht seit Freitagnacht in Vollbrand. Mehr als 200 Feuerwehrleute sind nach wie vor im Einsatz. Auch eine verdächtige Person ist bereits festgenommen worden, heißt es von der Polizei. Das Gebäude ist seit 1952 ein Berggasthof, erbaut wurde es 1938 als Repräsentationshaus für die Nationalsozialisten.
Flugbild: Gerald Lehner
Hitler selbst besuchte sein mit höchstem Aufwand gebautes Geschenk und Prestigeobjekt nur selten. Seine Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Eva Braun und Mitglieder der NS-Elite nutzten den Ort häufiger für Erholungszwecke und zum Sonnen

Kehlsteinhaus soll wieder aufgebaut werden

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) geht von einem Wiederaufbau des Kehlsteinhauses aus, wie er gegenüber der Deutschen Presseagentur sagte: „Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können“, sagte er am Rande des CSU-Parteitages in München. Das Haus gehört dem Freistaat Bayern in der Zuständigkeit von Herrmanns Ministerium. Die Berchtesgadener Landesstiftung hat das Nießbrauchsrecht übertragen bekommen.

Das Haus am Obersalzberg unweit ist schwer zu erreichen – normalerweise wird das Kehlsteinhaus mit Bahnbussen der sogenannten Kehlsteinline erschlossen. Die letzten 100 Höhenmeter überwindet ein Lift durch den Berg oder ein Fußweg. Die Auffahrt dauert rund 20 Minuten und verläuft durch fünf Tunnels.