Das Kräuterbüschel ist ein uralter Brauch, der in Salzburg und im gesamten Alpenraum bis heute gepflegt wird. Insgesamt gehören sieben, neun oder zwölf Kräuter hinein: 7 ist die Anzahl der Schöpfungstage, 9 beinhaltet dreimal die Dreifaltigkeit und 12 steht für die Anzahl der Apostel.
Welche Pflanzen gehören unbedingt hinein?
Und vor allem auch: Was können sie?
Zu den sogenannten Marienkräutern zählt zum Beispiel Johanniskraut. Es gilt als pflanzliches Antidepressivum. Lavendel oder Baldrian sind zwei entspannende Heilpflanzen und kommen bei Schlafstörungen zum Einsatz. Thymian oder Salbei wird eine beruhigende Wirkung auf die Atemwege nachgesagt.
Aus allen Pflanzen kann man sich einen Tee zubereiten, man kann sie in Form von Inhalationen oder auch Bädern verwenden – oder man kann sie verräuchern. Das passiert traditionell mit dem Kräuterbüschel in den Raunächten.
Regional unterschiedliche Verwendung
Die Pflanzen fürs Kräuterbüschel sind je nach Region und Familie recht unterschiedlich. Häufig finden sich im Kräuterbüschel Johanniskraut, Schafgarbe, Beifuß, Kamille, Salbei, Thymian, Lavendel, Pfefferminze, Rainfarn, Wermut, Baldrian oder Ringelblume. In der Mitte wird gern die Königskerze platziert.
Tipp
Die Kamille ist für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Beim Alant verwendet man die Wurzel. Sie soll bei Hustenbeschwerden unterstützen. Siehe auch Alant bei Hustenbeschwerden