Das Hochgründeck im Salzburger Pongau ist einer der höchstbewaldeten Berge Europas – bewirtschaftet und betreut wird der Wald von den Österreichischen Bundesforsten. Einzigartig ist nicht nur der Wald, sondern auch die private Friedenskirche auf dem Westgipfel des Hochgründecks in 1.808 Metern Höhe. Hermann Hinterhölzl heißt der Bauherr. Die Kirche entstand aus seinem eigenen Entwurf und wurde komplett aus Holz gefertigt.
Die Idee, an diesem besonderen Platz eine Kirche zu bauen, hatte Hermann Hinterhölzl schon 1979, doch erst im Jahr 2002 beschloss er, den Bau in die Tat umzusetzen. Die meiste Zeit – nämlich acht Monate – nahm dabei das Behördenverfahren in Anspruch. Als es im Sommer 2003 abgeschlossen war, startete der Bau.
Kandidat Nummer 2 für Salzburg
Die Friedenskirche Hochgründeck
Baubeginn und große Freude
Das Holz als Symbol der Schöpfung stammt aus der unmittelbaren Umgebung. Viele Menschen trugen mit großer Freude zum Entstehen der Friedenskirche bei. Die einen arbeiteten direkt mit, andere halfen mit Spenden. Es ist ein Gemeinschaftswerk von Nachbarn und Bergfreunden. Alles wurde selbst gemacht – genau so, wie man früher Kirchen baute.
So finden Sie zum Schatz:
Kontakt: Heinrich- Kiener
Haus am Hochgründeck,
Ginau 17, 5600 St. Johann
im Pongau, Tel. 0664 2774558
Anreise:
Öffentlich: Bahn
bis St. Johann/P., weiter
Regionalbus 530 Richtung
Wagrain. Ab Hst. Wagrain
Ortsmitte zu Fuß bis zum
Heinrich-Kiener-Haus.
Auto: A10 bis Ausfahrt
Hüttau, Parken bei
Klamm alm oder in
St. Johann, Parkplatz
Steinbauer
Der Zimmermeister war der Nachbar von Hermann Hinterhölzl. Großes Wissen über den alten Kirchenbau hatte sich der Bauherr über die Jahre selbst angelesen. So kam er drauf, dass Kirchen immer die Zahl Zwölf eingebaut haben.
Die magische Zahl
Es gibt zwölf Apostel, das Jahr hat zwölf Monate. Die Friedenskirche am Hochgründeck hat deshalb auch ihre besondere Form mit zwölf Ecken. Der Grundriss der Kirche ist ein Kreuz, und wenn man alle Winkel davon – innen und außen – zusammenzählt, sind es genau zwölf Eckpunkte. Die Namen der zwölf Apostel sind in die Wände geschnitzt. Dazu kommen drei Friedenssymbole im Inneren der Kirche. Geweiht ist sie dem Heiligen und
Schutzpatron der Holzfäller, Vinzenz von Valencia.
Große Geschichte in höchsten Höhen
Das Hochgründeck hat eine große Geschichte. Bereits im Jahr 1876 wurde es für den Tourismus erschlossen und man errichtete dort ein Schutzhaus. Heute zählt das Heinrich-Kiener-Haus zu den umweltfreundlichsten Hütten in den Alpen. Pionierarbeit war dazu notwendig: Ende der 1970er-Jahre stand es zum Verkauf.
Hermann Hinterhölzl war damals 23 Jahre alt und Hüttenwirt am Hochkönig. Weil er dort gerade nicht wegkonnte, kaufte er die Schutzhütte ohne Besichtigung – um eine Million Schilling. Ab 1999 führte er die Hütte selbst. Der Weitblick von dort oben hatte ihn schon immer fasziniert.
Glocke aus Anthering
So hoch kann ein Berg gar nicht sein, dass ihn nicht auch sportliche Radfahrer erklimmen. Und die schönsten Geschichten schreibt ja immer das Leben selbst. Der Friedenskirche fehlte noch eine Glocke. Da erzählten Radfahrer aus Anthering (Flachgau), dass bei ihnen vor der Kirche eine Glocke steht, für die ein Verwendungszweck gesucht wird. Und schon war das Geläut für die Friedenskirche St. Vinzenz gefunden. Diese große Glocke wiegt 1.040 Kilogramm, sie wurde von der Gemeinde Anthering gespendet. Und wenn sie in der Gegend sind, haben die Antheringer das Privileg, die Glocke zu läuten.
Rundumblick und offen für alle
Es ist ein außergewöhnlicher Platz, an dem die Friedenskirche steht. Die Kirche steht immer für alle offen. Kein Wunder also, dass sie ein beliebter Ort für Hochzeiten und Taufen ist. Aber auch wenn gerade nicht groß gefeiert wird, lässt dieser Ort den Alltag zum Fest werden. Denn ihn zu besuchen, geht nicht einfach so nebenbei – man muss sich ganz bewusst Zeit nehmen.
Mit dem Auto ist dieser besondere Platz nicht erreichbar. Je nachdem, von wo aus man startet – ob von Hüttau, St. Johann oder Wagrain –, braucht man zwei bis drei Stunden. Bei dieser Wanderung hat man genug Zeit, um den Alltagsstress hinter sich zu lassen, Ruhe zu finden und bei sich selbst anzukommen. So bringt der Weg zur St. Vinzenz Friedenskirche vielleicht auch inneren Frieden für die, die ihn gehen.